Das Sorgenkind der Sprachkritik

Öffentliche Tagung zum Wandel im Gebrauch des Genitivs in germanischen Sprachen vom 22. bis 24. Mai an der Freien Universität

Nr. 166/2014 vom 12.05.2014

Der Gebrauch des Genitivs in germanischen Sprachen ist Thema einer Tagung der Arbeitsgruppe Historische Linguistik der Freien Universität Berlin vom 22. bis 24. Mai 2014. In Vorträgen und Gesprächsrunden erörtern Expertinnen und Experten aus Europa und den USA, warum und auf welche Weise der Kasus in allen germanischen Sprachen vom Sprachwandel betroffen ist. Der sogenannte Sprachverfall, für den der wandelanfällige Genitiv oft als Beispiel herangezogen wird, ist seit längerer Zeit nicht nur in der Linguistik ein vieldiskutiertes Thema, sondern auch in der Öffentlichkeit. Die Referenten widmen sich ferner den Gemeinsamkeiten und Unterschieden innerhalb der germanischen Sprachfamilie, zu der neben Deutsch unter anderem das Färöische, das Isländische sowie das Luxemburgische zählen. Sie diskutieren außerdem, was man aus dem Wandel des Genitivgebrauchs über Sprache und Sprachwandel im Allgemeinen schließen kann. Die deutsch- und englischsprachige Tagung mit dem Titel „Germanic Genitives“ ist öffentlich, der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kein anderer Kasus sorgt im Deutschen für so viel Unsicherheit bezüglich seines Gebrauchs wie der Genitiv: Dativ und Genitiv sind in vielen Fällen austauschbar und manche Wörter enden nicht zwingend auf „s“ im Genitiv Singular (wie „die Grundschritte des Tango[s]“). Häufig konkurrieren zwei Genitiv-Varianten miteinander („des Fluges“ beziehungsweise „des Flugs“). In vielen anderen germanischen Sprachen gibt es ähnliche Beispiele zum Wandel des Genitivs. Dies macht ihn zu einem aufschlussreichen Forschungsobjekt für Linguisten.

 Die Vortragsthemen der Tagung sind unter anderem:

  • Welche kommunikativen Vorteile hat es, im Deutschen das Genitiv-s wegzulassen?
  • Verwenden Schweizer und Österreicher Genitive anders als Deutsche?
  • Ist der Dativ im Deutschen der einzige Konkurrent des Genitivs? Welche Alternativen gibt es in anderen Sprachen?
  • Warum entstehen im Luxemburgischen zurzeit neue Genitivkonstruktionen?
  • Wie ist es um Genitive im Isländischen, Färöischen und Friesischen bestellt?

 Zeit und Ort

  • Donnerstag, 22., bis Samstag, 24. Mai 2014, Beginn 9.00 Uhr
  • Seminarzentrum der Freien Universität Berlin in der „Silberlaube“, Raum L 115, Otto-von-Simson-Straße 26, 14195 Berlin, U-Bahnhof Dahlem-Dorf oder Thielplatz (U3)
  • Das Programm finden Sie online unter: www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/germanic-genitives/Programme      
  • Die Tagung „Germanic Genitives“ ist öffentlich, der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Horst Simon, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55478, E-Mail: horst.simon@fu-berlin.de

 

Im Internet

www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/germanic-genitives