Zwischen Jiddisch und Portugiesisch: Jüdische Stimmen in der brasilianischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts

Internationale Konferenz mit Wissenschaftlern und zeitgenössischen Autoren zum Werk jüdisch-brasilianischer Schriftsteller am 5. und 6. Mai in São Paulo

Nr. 141/2014 vom 30.04.2014

Nicht zuletzt durch den Brasilienschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse 2013 wurden jüdisch-brasilianische Schriftsteller wie Moacyr Scliar und Clarice Lispector auch in Deutschland einem größeren Publikum bekannt. Dabei zählt die in der Ukraine geborene Clarice Lispector (1920 – 1977) nicht nur zu den wichtigsten Autorinnen Brasiliens, sondern ihre Werke sind bedeutende Texte der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts. Die Vielfalt jüdischer Literaturen in Brasilien von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart steht nun im Zentrum einer internationalen Tagung unter Mitwirkung der Freien Universität Berlin am 5. und 6. Mai in São Paulo. Auf dem Tagungsprogramm befinden sich jedoch nicht nur die Namen bereits bekannter Autoren: Wissenschaftler und Schriftsteller aus Brasilien, Deutschland und Israel beschäftigen sich ausgehend von deutsch-, portugiesisch-, hebräisch- und jiddischsprachigen Texten der 1920er und 30er Jahre auch mit jüdischen Stimmen in der Gegenwartsliteratur. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Freien Universität Berlin mit der Universidade de São Paulo (USP), der Universidae Estadual de Campinas (UNICAMP) und dem Goethe-Institut in São Paulo, in dessen Räumen die Tagung stattfindet.

Ziel der Tagung „Brasilidades. Jewish Belonging in Brazilian Literature“ ist es, neue Perspektiven auf literarische Repräsentationen jüdischer Erfahrung aufzuzeigen. Dafür wird auch auf den Kontext von Exil und Immigration eingegangen, denn in diesen existentiellen Momenten erfahren Fragen der Herkunft eine besondere Prägung. Viele der jüdisch-brasilianischen Autorinnen und Autoren stammen aus Einwandererfamilien. Zudem werden die jüdischen Literaturen Brasiliens in einen vergleichenden Zusammenhang mit der deutschen, hebräischen und russischen Literatur gebracht.

 Darüber hinaus soll die Veranstaltung der Vernetzung der Beteiligten dienen. Gemeinsam sollen Desiderate der Forschung benannt und Vorschläge für die Bearbeitung dieser Forschungsthemen formuliert werden.

 Konzipiert und koordiniert wurde die Tagung von Prof. Dr. Susanne Zepp in Zusammenarbeit mit dem Verbindungsbüro der Freien Universität Berlin São Paulo sowie Prof. Dr. Luis S. Krausz, Schriftsteller und Professor für hebräische und jüdische Literatur an der USP, und Prof. Dr. Márcio Seligmann, Professor für Literaturtheorie und Komparatistik an der UNICAMP. Finanziert wird die Tagung von der Freien Universität Berlin sowie vom Auswärtigen Amtes aus dessen Mitteln des Deutschlandjahres in Brasilien.

Programm

www.fu-berlin.de/sites/brazil/termine/Brasilidades

Weitere Informationen

Prof. Dr. Susanne Zepp, Freie Universität Berlin, Institut für Romanische Philologie, Tel.: 030 838- 52038, E-Mail: susanne.zepp@fu-berlin.de