Zeugnis ablegen

Öffentliche Vorlesungsreihe an der Freien Universität Berlin zum Phänomen von Zeugenschaft / Auftakt am 16. April 2014

Nr. 118/2014 vom 13.04.2014

Figuren der Zeugenschaft sind Thema einer Vorlesungsreihe im Sommersemester 2014 an der Freien Universität Berlin. Die Figur des Zeugen finden sich im Märtyrer, im Gerichtszeugen, im Zeitzeugen und als Quelle von Wissen aus ‚zweiter Hand‘. Durch Fernsehen und Internet kann heute jeder und jede zum Augenzeugen von Krieg, Revolutionen und Naturkatastrophen werden. Im Rahmen der Universitätsvorlesung befassen sich renommierte Wissenschaftler immer mittwochs mit der Frage, ob es etwas gibt, das diesen Phänomenen der Zeugenschaft gemeinsam ist. Die Vortragenden gehen dem quer durch Disziplinen und Problemlagen, in denen Zeugenschaft situiert sein kann, nach. Den Auftakt der Vorlesungsreihe bildet am 16. April der Vortrag von Prof. Dr. Sybille Krämer „Formen und Funktionen von Zeugenschaft oder: Die ‚doppelte Wahrheit‘ des Zeugnisses“. Die Reihe ist öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ringvorlesung ist Teil des DFG-Projekts „Ethik und Episteme der Zeugenschaft“; sie wurde konzipiert von Prof. Dr. Sybille Krämer und Sybille Schmidt vom Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin.

Wie behandeln rechtliche, historische, künstlerische Diskurse das Phänomen der Zeugenschaft? Was sagt der Umgang mit Zeugen über eine Gesellschaft aus? Die Bandbreite der Themen reicht vom Märtyrer, über den Prof. Dr. Sigrid Weigel in ihrem Vortrag kulturgeschichtlich reflektiert, bis hin zur Frage, wie Erfahrungen politischer Gewalt „sagbar“ werden, der die Kriegsreporterin und Philosophin Dr. Carolin Emcke in ihrem Beitrag nachgeht. Auch das Wechselspiel von Zeugnis und Kunst wird in den Fokus gerückt: Gibt es ästhetische Zeugenschaft? Wie kommentieren Film, Literatur und Kunst Zeugenfiguren? Macht Theater seine Zuschauer zu Zeugen, und ist damit gar ein ethischer Appell verbunden?

Zeit und Ort

  • Mittwoch, den 16. April 2014, 18.15 - 20.00 Uhr. Und jeden weiteren Mittwoch bis 16. Juli 2014 zur selben Zeit und am selben Ort.
  • Institut für Philosophie, Vortragsraum Untergeschoss, Habelschwerdter Allee 30, 14195 Berlin, U-Bahnhof Thielplatz (u3), Bus M 11

Termine

  • 16. April 2014 Prof. Dr. Sybille Krämer, Philosophie, Freie Universität Berlin: Formen und Funktionen von Zeugenschaft oder: Die ‚doppelte Wahrheit’ des Zeugnisses
  • 23. April 2014 Prof. Dr. Gertrud Koch, Filmwissenschaft, Freie Universität Berlin: Zeugen Zeigen. Zeugenschaft im Auge der Kamera
  • 30. April 2014 Prof. Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin: Vom Märtyrer zum Zeugen – zur leibhaftigen Zeugenschaft
  • 7. Mai 2014 Prof. Dr. Michael Bachmann, Theaterwissenschaft, Universität Mainz: Zwischen Repräsentation und Verkörperung: Figurationen der Zeugenschaft im Theater
  • 14. Mai 2014 Prof. Dr. Stephan Barton, Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld: Zeugenbeweis: Von der Säkularisierung zum neuen Opferdogma?
  • 21. Mai 2014 Prof. Dr. Irmela von der Lühe, Neuere deutsche Literatur, Freie Universität Berlin: „Damit die Welt es erfährt“ – Zeugnis und Zeugenschaft in literarischen Texten über die Shoah
  • 28. Mai 2014 Dr. Aurélia Kalisky Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin: Zeugnisgeben vom Genozid: Zwischen Recht, Geschichte und Literatur
  • 4. Juni 2014 Prof. Dr. Burkhard Liebsch, Philosophie, Ruhr-Universität Bochum: Zeugenschaft und politische Welt
  • 11. Juni 2014 Prof. Dr. Thomas Weitin, Literaturwissenschaft, Universität Konstanz: Den Auftritt des Zeugen beobachten. Dramatisierung des Rechts und Gerichtsszenen des Dramas
  • 18. Juni 2014 Magdalena Bazan (M.A.), Medienwissenschaft, Universität Potsdam: Zeugnis ohne Worte. Überlebende der Shoah in Artur Zmijewskis Videoarbeiten (Mit Präsentation der Videos und anschließender Diskussionsrunde)
  • 25. Juni 2014 Dr. Alexandra Ortiz Wallner, Lateinamerikanistik, Freie Universität Berlin: Im Land des Vergessens und der Verschwundenen: Zeugenschaft und testimonio in Lateinamerika
  • 2. Juli 2014 Prof. Dr. Emmanuel Alloa, Philosophie, Universität St. Gallen: Umstrittene Zeugenschaft: Der Fall Serena N. im Brennpunkt von Holocaust-Forschung, Psychoanalyse und Philosophie
  • 9. Juli 2014 Dr. Carolin Emcke, Journalistin und Philosophin, Berlin: Weil es sagbar ist
  • 16. Juli.2014 Sibylle Schmidt (M. A., promoviert), Philosophie, Freie Universität Berlin: Zeugenschaft – ein Schlüsselkonzept wofür?

Weitere Informationen

Prof. Dr. Sybille Krämer und Sibylle Schmidt, Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin,Telefon: 030 / 838-51919, E-Mail: sibylle.schmidt@fu-berlin.de

Im Internet

www.fu-berlin.de/offenerhoersaal