Öffentlicher Vortrag: Religionskonflikt im Norden Nigerias

Der nigerianische Religionswissenschaftler Umar Danfulani spricht am 15. August 2013 über den Umgang mit der terroristischen Gruppierung Boko Haram in seinem Land

Nr. 227/2013 vom 09.08.2013

Antworten von Christen auf die islamische Gruppierung Boko Haram, die in den letzten Jahren für zahlreiche Terroranschläge in Nigeria verantwortlich war, analysiert Umar Danfulani, Professor für Religionswissenschaften an der Universität von Jos, Nigeria in einem Vortrag in Berlin. Er findet am 15. August um 18.30 Uhr im Zentrum für Literaturforschung statt und ist Teil einer internationalen Summer School an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies zum Thema (Re-)Konfigurationen von Islam in Afrika südlich der Sahara. Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt frei.

„Der Islam“ hat in Afrika eine lange und vielfältige Geschichte; islamische Diskurse und Praktiken prägen in vielen afrikanischen Ländern den Alltag ihrer Bewohner und Bewohnerinnen. Nicht nur islamische Bildungseinrichtungen, sondern auch diverse andere islamisch geprägte Institutionen in ihren lokal spezifischen Ausprägungen und zugleich globalen Vernetzungen sind Bestandteil des öffentlichen Bildes vieler städtischer und ländlicher Räume. Die Teilnehmer der internationalen Summer School widmen sich dieser Phänomene durch vielfältige Perspektiven; vertreten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie der Ethnologie, den Islamwissenschaften sowie den Politik- und Geschichtswissenschaften. Organisiert wurde die Veranstaltung von Doktorandinnen und Doktoranden der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies der Freien Universität Berlin und der Bayreuth International Graduate School of African Studies der Universität Bayreuth in Zusammenarbeit mit den jeweiligen akademischen Betreuern. Unterstützt wird die Summer School durch das Center for International Cooperation der Freien Universität Berlin.

Umar Habila Dadem Danfulani ist Professor für Religion und Philosophie an der Universität Jos in Nigeria. Derzeit ist er Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und lehrt seit 1984 in den Gebieten Religionsgeschichte, Afrikanische Religionen, Kontakt zwischen den Religionen und Weltreligionen. In seinem Vortrag beschäftigt er sich mit der radikal islamischen Gruppierung Boko Haram. Die Bewegung, zu Deutsch etwa „moderne Bildung“ ist verboten; sie versucht seit 2002 in Nordost-Nigeria durch gewaltsame Mittel eine Islamische Regierung durchzusetzen. Sie richtet sich gegen moderne Bildung sowie gegen eine Kooperation mit säkularen Autoritäten. Die Gewalt durch Boko Haram hat zu ernsthaften sozio-politischen Belastungen und wirtschaftlichen Beeinträchtigungen in den jeweiligen Regionen geführt. Diese betreffen die dort ansässigen Christen ebenso wie Muslime. Professor Danfulani wird in seinem Vortrag die Perspektiven von Christen auf die aktuellen Ereignisse und deren Umgang mit den hierdurch entstehenden Herausforderungen analysieren.

Zeit und Ort

  • 15. August 2013, um 18.30 Uhr
  • Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Schützenstr. 18, 10117 Berlin (U-Bahnhof Spittelmarkt, U2)

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