Einstein-Professur für renommierten Nordamerikanisten

Prof. Dr. Frank Kelleter tritt Professur für Nordamerikanische Kultur und Kulturgeschichte an

Nr. 208/2013 vom 09.07.2013

Mit Unterstützung der Einstein Stiftung Berlin hat die Freie Universität Berlin den Nordamerikanisten Frank Kelleter berufen. Der Kulturwissenschaftler, der zuletzt Professor an der Universität Göttingen war, übernahm die Professur für Nordamerikanische Kultur und Kulturgeschichte von Winfried Fluck. Der emeritierte Wissenschaftler hatte die Professur seit 1989 innegehabt. Frank Kelleter gilt als weltweit bekanntester deutscher Nordamerikanist seiner Generation.

Als Einstein-Professor am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin wird Frank Kelleter neue Akzente im Bereich der modernen Medien setzen, unter anderem auf dem Gebiet der Fernsehserien und der digitalen Kultur. Innovative Forschung in diesem Bereich hat der renommierte Wissenschaftler bereits seit 2010 in seiner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ geleistet.

Frank Kelleter, Jahrgang 1965, promovierte 1996 an der Universität Mainz mit einer Arbeit zum Todesmotiv in der modernen Literatur. Das Werk wurde von der Hochschule als beste Dissertation des Jahres ausgezeichnet. Auch Frank Kelleters  Habilitation „Amerikanische Aufklärung: Sprachen der Rationalität im Zeitalter der Revolution“ (2002) war vielbeachtet: Die Studie gilt bis heute als Standardwerk zur amerikanischen Aufklärung.

Neben seinem historischen Schwerpunkt beschäftigt sich Frank Kelleter intensiv mit zeitgenössischer Populärkultur. Durch Beiträge in führenden Tageszeitungen – unter anderem zum Thema Fernsehserien – bringt der Amerikanist seine Forschungsergebnisse in die öffentliche Diskussion ein. Als Co-Initiator und Antragsteller mehrerer Graduierten- und Promotionskollegs, darunter „Wertung und Kanon" (2007–2010) und „Literatur und Literaturvermittlung im Zeitalter der Digitalisierung" (ab 2013) fördert Frank Kelleter auch den wissenschaftlichen Nachwuchs in seinem Fachgebiet.

Seine zahlreichen Schriften machten Frank Kelleter weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. So hat er als einziger deutscher Nordamerikanist neben Winfried Fluck an dem prestigeträchtigen Projekt „A New Literary History of America“ der Harvard University Press mitgearbeitet.

„Das John-F.-Kennedy-Institut bietet ein weltweit einzigartiges Umfeld für interdisziplinäre Nordamerikaforschung. Mit der besten europäischen Bibliothek zu USA und Kanada, einer herausragenden internationalen Vernetzung und einem breiten, exzellent aufgestellten Fächerspektrum spielt das Institut eine bedeutende Rolle für transatlantische Dialoge. Als Amerikanist und Kulturwissenschaftler kann ich mir für meine Arbeit keinen Ort vorstellen, der mehr inspiriert ", sagt Frank Kelleter zu seiner Berufung.