Berliner Universitäten: Ein Euro Invest, zwei Euro Gewinn

Die regionalökonomischen Effekte der vier Berliner Universitäten / Neue Studie erschienen

Nr. 132/2013 vom 28.05.2013

Jeder in die Berliner Universitäten investierte Euro aus der öffentlichen Landeskasse zieht zwei Euro an Wertschöpfung für die Hauptstadt nach sich. Dies ergab jetzt eine Studie der DIW econ GmbH, die erstmals die regionalökonomischen Effekte der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin zusammen beleuchtet. Rund 1,7 Milliarden Euro erwirtschafteten die Berliner Universitäten im Jahr 2011 an regionaler Wertschöpfung. Dem gegenüber standen 840 Millionen Euro an Steuergeldern, die im selben Jahr vom Land Berlin in die Universitäten flossen. Der ausgelöste Effekt der Universitäten für den Standort ist demnach doppelt so hoch wie die öffentliche Investition des Landes Berlin in sie.

24.800 Arbeitsplätze, 1,7 Milliarden Euro Einkommen und 1 Milliarde Konsumausgaben durch die Studierenden

Zusammen beschäftigten alle vier Universitäten im Jahr 2011 rund 14.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere zirka 10.400 Arbeitsplätze entstanden in der Berliner Wirtschaft durch die Nachfrage der Universitäten nach Dienstleistungen und Gütern. Das ergab ein Einkommensvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro in der Region. Die Versteuerung dieser Einkommen sicherte dem Land wiederum eine Summe von rund 118 Millionen Euro. Auch die 96.000 Studierenden der vier Universitäten kurbeln durch ihren Konsum die Wirtschaft in der Hauptstadt an. Im Jahr 2011 gaben sie rund eine Milliarde Euro aus. Insgesamt werden also aufgrund der wirtschaftlichen Nachfrage der Universitäten und ihrer Studierenden je 100 direkt bei den Berliner Universitäten Beschäftigen weitere 72 Arbeitsplätze in der Berliner Wirtschaft geschaffen.

Hinzu kommt, dass die Universitäten zusätzliche Finanzmittel für ihre Forschung einwerben, mit denen wiederum hochwertige Arbeitsplätze und Nachfrageffekte in der Stadt geschaffen werden. Die sogenannten Drittmittel betrugen 347 Millionen Euro im Jahr 2011.

Außerdem: Bester Forschungsstandort Deutschlands

Die erfolgreiche Drittmittelbilanz wird auch durch den „Förderatlas 2012“ bestätigt, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vorlegten: Berlin konnte sich zwischen 2008 und 2010 weiter verbessern und liegt mit insgesamt 631 Millionen Euro DFG-Fördergeldern für alle Berliner Wissenschaftseinrichtungen nun deutlich an der Spitze der deutschen Regionen. Die Kernaufgabe der DFG besteht in der wettbewerblichen Auswahl der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten und in deren Finanzierung.

Starker Wirtschaftsmotor

Die nun vorliegenden konkreten Eckzahlen aus der DIW-econ-Studie verdeutlichen, dass die vier Universitäten neben ihren exzellenten wissenschaftlichen Leistungen, ihren Studienangeboten und ihrer Magnetwirkung auf junge Menschen und auf Spitzenwissenschaftler eine der wichtigsten Säulen für die erfolgreiche auch wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadtregion sind. Außerdem sind die Ausgaben des Landes für universitäre Bildung und Forschung nicht nur langfristig lohnenswerte Investitionen, sondern schaffen kurzfristig Arbeitsplätze, Einkommen und Steuereinnahmen.

Die Studie im Internet:

www.tu-berlin.de/?id=134546

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