Sie oder Du, Sir oder Mate?

Internationale Tagung vom 30. Mai bis 1. Juni an der Freien Universität über Anredeformen

Nr. 121/2013 vom 23.05.2013

Die zahlreichen Möglichkeiten der Anrede in unterschiedlichen Ländern stehen im Mittelpunkt einer Tagung vom 30. Mai bis 1. Juni 2013 an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftler aus Australien, Asien, Nord- und Südamerika sowie Europa erörtern in Vorträgen und Workshops, wer in welcher Situation welche Anredeform verwendet – und warum. Organisiert wird die Tagung von der Arbeitsgruppe Historische Linguistik vom Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität. Die Veranstaltung mit dem Titel „Adress(ing) (Pro)Nouns – Sociolinguistics and Grammar of Terms of Address“ findet in englischer Sprache statt. Sie ist öffentlich, der Eintritt frei.

In jüngster Vergangenheit hat sich die Anredeforschung stark ausdifferenziert. Das Kolloquium „Adress(ing) (Pro)Nouns“ bringt Wissenschaftler verschiedener Forschungsrichtungen wie Soziolinguistik, Pragmatik und Grammatik zusammen, um sich verändernde Modelle von Anredeformen zu untersuchen. Es werden Forschungsergebnisse zu mehr als zehn unterschiedlichen Sprachen präsentiert. Da der Untersuchungsgegenstand der Anredeforschung wie kaum ein anderer an der Schnittstelle zwischen Grammatik und Gesellschaft angesiedelt ist, erlauben Anredekonventionen und der Ausdruck von Höflichkeit einen Einblick in das Zusammenspiel von Sprache und Kultur.

Anredesysteme variieren von Sprache zu Sprache zum Teil erheblich, was schon ein Blick aufs Englische zeigt, wo nur das Anredepronomen you existiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen kann und muss somit nicht zwischen höflicher und vertrauter Anrede unterschieden werden. Stellvertretend werden im Englischen allerdings vergleichsweise häufig Ausdrücke benutzt wie Sir, Ma’am oder mate.

 

Weitere Themen der Tagung sind:

  • Wie reagieren Finnen darauf, wenn sie von Mitarbeitern einer Café-Kette mit dem Vornamen angesprochen werden?
  • Wie geht man im Niederländischen vom Siezen zum Duzen über?
  • Welche Probleme ergeben sich beim Übersetzen von Sprachen, die unterschiedliche Anredesysteme haben, und welche Lösungsansätze gibt es?
  • Wo liegen die Hürden bezüglich der Anredesysteme und Anredekonventionen beim Fremdsprachenlernen?

 

Zeit und Ort

  • Donnerstag, 30. Mai, bis Sonnabend, 1. Juni 2013, Beginn 9.15 Uhr (30. Mai) bzw. 9.30 Uhr (31. Mai und 1. Juni)
  • Seminarzentrum der Freien Universität Berlin, Otto-von-Simson-Straße 26, 14195 Berlin, U-Bahnhof Dahlem-Dorf oder Thielplatz (U3), Bus M11, 110

 

Weitere Informationen

Prof. Dr. Horst Simon, Arbeitsgruppe Historische Linguistik am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55478, E-Mail: horst.simon@fu-berlin.de

 

Im Internet

Das vollständige Programm der Tagung ist online unter: www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we04/germanistik/faecher/historische_linguistik/addressing_pro_nouns