Hilfe für bedrohte Wissenschaftler

Öffentlicher Workshop der Organisation „Scholars at Risk“ / Freie  Universität Berlin tritt als erste deutsche Universität dem Hilfsnetzwerk bei

Nr. 052/2013 vom 18.03.2013

Die Freie Universität Berlin ist am 21. und 22. März Gastgeberin eines Workshops der Organisation „Scholars at Risk“, die sich für den Schutz politisch verfolgter Wissenschaftler und die akademische Freiheit weltweit einsetzt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie Bildungseinrichtungen und Wissenschaftler vor Übergriffen bewahrt werden können. Erwartet werden Referenten aus Europa und den USA. Zum Auftakt halten die Prorektorin der Universität Oslo und Philosophin Dr. Inga Bostad und der Rechtswissenschaftler der Freien Universität, Prof. Dr. Markus Heintzen, Vorträge zum Thema akademische Freiheit. Die Auftaktveranstaltung ist öffentlich, der Eintritt  frei. Weitere Veranstalter sind das Netzwerk „Scholars at Risk“ und die Organisation UNICA, dem Universitäten der europäischen Hauptstädte angehören.

Als bisher einzige deutsche Hochschule ist die Freie Universität seit Ende vergangenen Jahres Mitglied von "Scholars at Risk". Der Präsident der Freien Universität, Prof. Dr. Peter-André Alt, erklärte, die Mitgliedschaft in dieser wichtigen Organisation entspreche „unserem historisch gewachsenen Selbstverständnis als einer in Zeiten des Kalten Kriegs gegründeten, für die Wissenschaftsfreiheit eintretenden Universität. Und es unterstreicht, dass Internationalität für uns Verpflichtung zur Sicherung dieser Freiheit ist.“

Die erste von der Freien Universität unterstützte Stipendiatin, die als bedrohte Wissenschaftlerin das Gastrecht an der Freien Universität genießt, ist die iranische Literaturwissenschaftlerin Neda Soltani. Sie war im Zusammenhang mit den Protesten gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl 2009 im Iran bekannt geworden, weil sie mit einer bei den Unruhen von Milizionären erschossenen Studentin ähnlichen Namens verwechselt wurde. Die iranische Regierung wollte Neda Soltani daraufhin dazu bringen zu behaupten, dass der Tod der Studentin eine Falschmeldung sei. Westliche Medien hätten sie benutzt, um die Regierung in Teheran in Misskredit zu bringen. Weil sie sich dazu nicht bereit erklärte, musste Soltani aus dem Iran fliehen. Der „Scholar Rescue Fund“ (SRF) am Institute of International Education und die Freie Universität arbeiteten bei der Organisation des Aufenthaltes von Neda Soltani in Berlin eng zusammen.

Am Freitag, dem 22. März findet von 10.30 bis 12.30 Uhr ein Treffen von Vertretern deutscher Bildungseinrichtungen statt, bei dem über die Gründung einer deutschen Sektion von "Scholars at Risk" beraten wird. Aufgabe dieser Sektion wäre es, Deutschland im weltweiten Netzwerk von "Scholars at Risk" zu vertreten und die Aktivitäten von deutschen Bildungseinrichtungen beim Schutz bedrohter Wissenschaftler und Hochschulen zu koordinieren.

Neda Soltani sowie Vertreter des Netzwerks "Scholars at Risk" und des "Scholar Rescue Fund" stehen für Interviews zur Verfügung.

Zeit und Ort des Workshops

  • Donnerstag, 21. März (Registrierung 10.00 Uhr, Beginn 10.30) bis Freitag, 22. März 2012
  • Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, JK 27-103 und JK27-106, 14195 Berlin, U-Bhf. Thielplatz oder Dahlem-Dorf (U3)

Weitere Informationen

Stabsstelle Presse und Kommunikation der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-73182, E-Mail: presse@fu-berlin.de