Einstein Stiftung fördert zwei internationale Nachwuchswissenschaftler an der Freien Universität

Expertise aus dem Ausland verstärkt Grundlagenforschung mit Aussicht auf neue Medikamente

Nr. 378/2012 vom 12.12.2012

Die Einstein Stiftung Berlin fördert zwei ausländische Nachwuchswissenschaftler an der Freien Universität Berlin. Die neuen „Einstein International Postdoctoral Fellows“ Nuria Plattner und Kaan Atak beginnen ihre Forschungsprojekte an der Freien Universität im Januar 2013. Das Förderprogramm der Einstein Stiftung bietet Berliner Wissenschaftlern die Möglichkeit, in ihrer Arbeitsgruppe für bis zu fünf Jahre eine Stelle für einen Postdoktoranden aus dem Ausland einzurichten.

Die Schweizer Chemikerin Nuria Plattner wird in der Nachwuchsgruppe „Computational Molecular Biology“ an der Freien Universität Berlin forschen. Das interdisziplinäre Team um den Mathematiker Frank Noé arbeitet an mathematischen Ansätzen, durch die Biophysiker Moleküle und deren Bewegungen besser studieren können. Derzeit ist der Rechenaufwand für die Simulation von Moleküldynamiken so hoch, dass selbst Supercomputer keine befriedigenden Ergebnisse liefern. Nuria Plattner will mit einer neuen Simulationsstrategie speziell die Organisation von Proteinen in Zellen besser analysierbar machen. Das Ergebnis der Analyse ist relevant für die Entwicklung wirkungsvoller und nebenwirkungsarmer Medikamente. „Durch das Fellowship erhalte ich die Möglichkeit, in einem Forschungsumfeld zu arbeiten, das hervorragende Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit bietet“, sagt Nuria Plattner.

Auch die Ergebnisse der Nachwuchsgruppe „Struktur und Dynamik funktionaler Materialien in Lösung“ an der Freien Universität Berlin von Emad Flear Aziz sind für die medizinische Forschung relevant. Der Juniorprofessor für Physik bekommt Verstärkung durch den türkischen Postdoktoranden Kaan Atak, der sich auf Metalloproteine spezialisiert hat. Diese Makromoleküle sind zum Beispiel als Katalysator an vielen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Mit Röntgenstrahlung will Kaan Atak die elektronische Struktur und die ultraschnellen Bewegungen an den aktiven Zentren der Metalloproteine erforschen. „Unsere Untersuchungen sind der Schlüssel, um chemische und biologische Funktionen dieser Moleküle zu verstehen, die für die Gesundheit so essenziell sind“, sagt Aziz.

Weitere Informationen

Christian Martin, Einstein Stiftung Berlin, Koordinator Kommunikation und Entwicklung, Telefon: 030 20370-248, E-Mail: christian.martin@einsteinfoundation.de