Vermessung und Kartierung der Welt

Öffentliche Kuratorenführung durch die Ausstellung „Jenseits des Horizonts“ am 13. September im Pergamonmuseum

Nr. 253/2012 vom 10.09.2012

Knapp drei Wochen vor dem Ende der Ausstellung „Jenseits des Horizonts“ im Pergamonmuseum bieten die Kuratorinnen am 13. September eine öffentliche Führung an. Dr. Astrid Dostert und Dr. Gabriele Pieke erläutern gemeinsam mit Privatdozent Dr. Michael Rathmann vom Exzellenzclusters Topoi die Themen und Methoden bei der Vermessung und Kartierung der Welt.  Der Eintritt in die Ausstellung kostet 13 Euro, der Preis für die Führung ist inbegriffen.

Welche Vorstellungen besaßen die Menschen der Antike vom Ausmaß der Welt? Seit den ersten Flügen ins All kennen wir den Blick von oben auf die Welt. Heute sind wir es gewohnt, uns mit dem Programm Google Earth von außen der Erde zu nähern und uns bis an Details heranzuzoomen. Im Altertum jedoch gab es diese Sichtweise und die technischen Hilfsmittel nicht: Der antike Mensch stand auf der Erde und entwickelte dort Bilder des Raumes zwischen kosmologischen Modellen und Imaginationen, zwischen Fakten und Mythologie. Dennoch gibt es Formen der Orientierung im Raum und Phänomene des Raumes, die sich bis heute nicht verändert haben. Und in vielen Bereichen beruht unser heutiges Wissen vom Raum auf antiken Grundlagen.

Höhepunkt der Führung ist der zentrale Ausstellungsraum „Die Kartierung der Welt“ und die Tabula Peutingeriana, die kartografische Darstellung des gesamten Straßennetzes im Imperium Romanum – einer der Forschungsschwerpunkte von Michael Rathmann. Die Karte reicht im Original von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien und China. In der Ausstellung wird eine Kopie gezeigt, die gewöhnlich im Safe der Kartenabteilung der Berliner Staatsbibliothek liegt. Heinrich Kiepert, führender Geograph des 19. Jahrhunderts, hatte die Tabula als 18-jähriger Student von Hand abgezeichnet – sie ist 34 cm breit und sechseinhalb Meter lang.

Die Ausstellung „Jenseits des Horizonts – Raum und Wissen in den Kulturen der Alten Welt“ des Exzellenzclusters TOPOI ist eine Kooperation zwischen dessen Trägeruniversitäten Freie Universität und Humboldt-Universität in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Sie wird noch bis zum 30. September im Pergamonmuseum gezeigt. Es ist die erste altertumswissenschaftliche Ausstellung, die sich interdisziplinär und kulturvergleichend mit dem Wechselspiel von Raum und Wissen in der Antike auseinandersetzt. Gezeigt werden mehr als 400 Objekte aus den Kulturen des Vorderen Orients, aus Ägypten, Griechenland und Rom sowie dem prähistorischen Mitteleuropa. Sie werden mit modernsten Medien neu in Szene gesetzt und erzählen von kulturellen Techniken und ihrer Bedeutung für den Zusammenhang von Raum und Wissen in der Antike.

Zeit und Ort der Führung

  • 13. September, 18.00 Uhr
  • Pergamonmuseum, Staatliche Museen zu Berlin, Museumsinsel, Am Kupfergraben, 10117 Berlin
  • Eintritt in die Ausstellung: 13 Euro, die Führung ist kostenfrei.

Im Internet

www.jenseits-des-horizonts.de