Bewegte Bilder im Daumenkino

Die Ausstellung „Buch - Film - Kinetiks” in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin zeigt vom 30. März bis 26. Mai 2011 220 Daumenkinos

Nr. 84/2011 vom 29.03.2011

Unter dem Titel „Buch – Film – Kinetiks” stellt die Fotografin und Objektkünstlerin Wiebke K. Fölsch 220 Daumenkinos in der Universitätsbibliothek der Freien Universität aus. Die Werkschau ist vom 30. März bis 26. Mai 2011 zu sehen. Die Einführung zur Ausstellung mit Präsentation des Ausstellungsbegleitheftes findet am Mittwoch, den 4. Mai 2011, um 17.00 Uhr statt.

Themen der Daumenkinos von Wiebke K. Fölsch sind Frauen und Männer, Stadt- und Reisemotive, Theater und Musik. Die Künstlerin spielt mit dem Material und dem Objekt Buch, mit dem Genre Film und modernen Sehgewohnheiten. Die Ausstellung zeigt ein Tondaumenkino, Daumenkinos mit 3D-Techniken und ein Mehrfachdaumenkino Außerdem sind Transparentdaumenkinos zu sehen, die gegen das Licht zu blättern sind, und ein Badebuchdaumenkino, das nur unter Wasser wirkt. Andere Daumenkinos, je nachdem, ob sie aus der Nähe oder aus der Ferne betrachtet werden, bei Licht oder im Dunkeln, rufen unterschiedliche Bildeindrücke hervor. Manche bergen Codes in ihren Illustrationen.

Über das künstlerische Schaffen hinaus hat sich Wiebke K. Fölsch ausführlich mit der Vorgeschichte und Geschichte von Daumenkinos und Animationsblättermaschinen beschäftigt. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in einem Ausstellungsbegleitheft publiziert. Das Daumenkino ist in der Vorkinozeit entstanden. Es handelt sich um ein Büchlein, das in einer Hand gehalten und mit dem Daumen der anderen Hand, Seite für Seite, abgeblättert wird. Durch das schnelle Blättern entsteht beim Betrachter der Bildfolgen die Illusion von Bewegung.

Das erste Daumenkino ist aus dem Jahr 1868 nachgewiesen. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert brachten Filmemacher Ausschnitte aus Kinofilmen, Fotostudios „Lebende Porträts“ in Daumenkinoform heraus. Auch die Werbung und die Spielwarenindustrie nutzten das damals neue Medium für eigene Zwecke. Erst 1955 erschien das erste Künstlerdaumenkino.

Termine

  • Ausstellung: Mittwoch, 30. März bis 26. Mai 2011; montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr, Universitätsbibliothek, Garystr. 39, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U3)
  • Einführung in die Ausstellung und Präsentation des Ausstellungsbegleitheftes:
    Mittwoch, 4. Mai 2011, 17.00 Uhr

Weitere Informationen

Dr. Susanne Rothe, Universitätsbibliothek der Freien Universität, Telefon: 030 / 838–53359,
E-Mail: rothe@ub.fu-berlin.de