Gibt es Chancen für eine Vereinigung von Nord- und Südkorea?

Gedenkveranstaltung und Podiumsdiskussion am 9. Dezember an der Freien Universität

Nr. 381/2010 vom 08.12.2010

Die Chancen für eine Vereinigung von Nord- und Südkorea stehen im Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung an der Freien Universität zu Ehren des 2009 verstorbenen Friedensnobelpreisträgers und ehemaligen Präsidenten der Republik Koreas, Kim Dae-jung. In einer Podiumsdiskussion am 9. Dezember sprechen die Politiker Egon Bahr und Lim Dong-Won – die Architekten der Ostpolitik Willy Brandts und der Sonnenscheinpolitik Kim Dae-jungs – über die Möglichkeiten für eine Friedenspolitik in Ostasien. Die Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Die Veranstaltung findet im Henry-Ford-Bau der Freien Universität statt, jenem Ort, an dem Präsident Kim Dae-jung vor zehn Jahren die vielbeachtete „Berliner Rede“ zu seiner Außen- und Sicherheitspolitik gehalten hat. In einem Vortrag geht der Ostasien-Wissenschaftler Dr. Werner Pfennig auf das Wirken Kim Dae-jungs ein. Der ehemalige Minister für Wiedervereinigung der Republik Korea, Lim Dong Won spricht über die Voraussetzungen und Chancen für Frieden in der Region.

Kim Dae-jung (1925–2009), der ehemalige Präsident der Republik Korea, hatte ein enges Verhältnis zu Deutschland, zu Berlin und zur Freien Universität. Er betonte oft das ähnliche Schicksal: Korea und Deutschland als geteilte Länder. Seine Vorstellungen zur Überwindung der koreanischen Teilung orientierten sich an Entwicklungen in Deutschland. Seinen „Drei-Stufen-Plan“, die gedankliche Grundlage der späteren „Sonnenscheinpolitik“, stellte er erstmals im Ausland in Berlin vor, in einer kleinen Diskussionsrunde im Wissenschaftszentrum Berlin, an der Angehörige der Freien Universität teilnahmen. Im März 2000 wählte er die Freie Universität als Ort für seine direkt nach Korea übertragene „Berliner Erklärung.“ Sie war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen im Juli 2000. Im selben Jahr erhielt Kim Dae-jung den Friedensnobelpreis. Im Jahr 2000 verlieh die Freie Universität Berlin ihm die Ehrenmedaille. Sieben Jahre später, im Mai 2007, kam Kim Dae-jung trotz großer gesundheitlicher Probleme erneut an die Freie Universität, um deren Freiheitspreis entgegenzunehmen.

Ort und Zeit

  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystraße 35, U-Bahnhof Thielplatz (U3)
  • Donnerstag, 9. Dezember 2010, Beginn: 18.00 Uhr