40 Jahre Ostverträge: Egon Bahr und Klaus Schütz im Gespräch

Die Weggefährten Willy Brandts diskutieren am 27. Oktober an der Freien Universität Berlin die Konsequenzen der Deutschen Einheit für Europa

Nr. 316/2010 vom 22.10.2010

„40 Jahre Ostverträge: Die Deutsche Einheit und die Konsequenzen für Europa“ ist der Titel einer Veranstaltung des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin am 27. Oktober. Auf dem Podium diskutieren zwei Weggefährten Willy Brandts: Egon Bahr, Bundesminister a.D., und Klaus Schütz, ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Egon Karl-Heinz Bahr, 1922 in Thüringen geboren, wird als „Architekt der Ostverträge“ bezeichnet. Auf ihn gehen Begriffe wie „Wandel durch Annäherung“ und die „Politik der kleinen Schritte“ zurück. Er gilt als einer der wichtigsten Berater Willy Brandts im Hinblick auf die sozialliberale Ostpolitik. Von 1960 bis 1966 leitete Bahr das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin und war als solcher Sprecher des vom Regierenden Bürgermeister Willy Brandt geführten Senats. Von 1966 bis 1969 war er Botschafter  im Auswärtigen Amt. Nach der Bundestagswahl 1969 wurde der SPD-Politiker Staatssekretär im Bundeskanzleramt und zugleich Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin. In dieser Funktion wirkte er als Unterhändler in Moskau und Ost-Berlin maßgeblich am Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Transitabkommen, sowie dem Grundlagenvertrag mit. 1972 bis 1974 war Bahr Bundesminister für besondere Aufgaben. Von Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde er nach dem Rücktritt Brandts als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit erneut in die Bundesregierung berufen.

Klaus Schütz, 1926 in Heidelberg geboren, war von 1967 bis 1977 Regierender Bürgermeister von Berlin. Seine politische Laufbahn begann nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem äußerst linken Flügel der SPD: Er leitete eine trotzkistische Jugendgruppe in Berlin-Zehlendorf. 1949 ging Schütz für einen Studienaufenthalt in die USA. Nach seiner Rückkehr wurde er Anhänger Willy Brandts. Schütz war von 1962 bis 1966 Senator für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund, 1966 bis 1967 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, 1967 bis 1968 Präsident des Bundesrates. Nach seinem Abschied aus der Bundespolitik ging er als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland nach Israel. Von 1981 bis 1987 war er Intendant der Deutschen Welle in Köln, anschließend Direktor der Landesanstalt für Rundfunk in Nordrhein-Westfalen.

Zeit und Ort

  • Mittwoch, 27. Oktober 2010, 14.00 bis 16.00 Uhr
  • Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin, Garystr. 55, 14 195 Berlin, Hörsaal A, U-Bhf. Thielplatz (U3)

Weitere Informationen

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Freie Universität Berlin,
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, E-Mail: polchina@zedat.fu-berlin.de

Im Internet

www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss