Entdecker des sieben Millionen Jahre alten Vormenschen „Toumai“ hält 10. Einstein Lecture

Michel Brunet am 6. November 2009 zu Gast an der Freien Universität

Nr. 300/2009 vom 29.10.2009

Der französische Paläoanthropologe Prof. Dr. Michel Brunet hält am 6. November die 10. „Einstein Lecture Dahlem“. Brunet erlangte 2001 durch den Fund der bisher ältesten Überreste eines Vormenschen zu weltweiter Bekanntheit. Der Titel seines Vortrages in englischer Sprache lautet: „In search of the cradle of mankind“.  Die Einführung zum Vortrag  übernimmt Prof. Dr. Jörg Eichler vom Helmholtz-Zentrum Berlin. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Michel Brunet, 1940 in Poitou (Frankreich) geboren, studierte an der Sorbonne und promovierte 1966 in Paläontologie. Von 1989 an arbeitete er als Professor für Wirbeltierpaläontologie an der Universität von Poitiers. Seine paläontologischen Feldforschungen konzentrierte Brunet zunächst auf die Gebiete Afghanistan und Irak. Aufgrund der gefährlichen politischen Entwicklungen in beiden Ländern fokussierte er sich jedoch bald auf Afrika, um nach Fossilien von Hominiden (Vormenschen) zu forschen. Im Juli 2001 entdeckte er in der Djurabwüste im nördlichen Tschad die bisher ältesten je gefundenen Überreste eines Vormenschen. Der Fundort des von den Forschern auf den Namen „Toumai“ getauften Hominiden lag rund 2500 Kilometer westlich des ostafrikanischen Rift Valley, das bisher als „Wiege der Menschheit“ galt. Brunets Fund änderte somit die Diskussion über das Verbreitungsgebiet dieser Vormenschen.

2003 wurde Brunet mit dem mit 1 Millionen US-Dollar dotierten Dan-David-Preis für Paläoanthropologie ausgezeichnet.

Mit den Einstein Lectures Dahlem würdigt die Freie Universität unter Beteiligung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen das epochale Wirken Albert Einsteins als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik mit einem hochkarätigen, interdisziplinär ausgerichteten Colloquium am traditionellen Wissenschaftsstandort Berlin-Dahlem. Die "Einstein Lectures Dahlem", die einmal pro Semester stattfinden und eine breite Universitätsöffentlichkeit ansprechen, umfassen alle Wissenschaftsgebiete, die durch Albert Einsteins Denken beeinflusst werden. In der Veranstaltungsreihe sprachen bislang Hans Frauenfelder, Stephen Hawking, Theodor W. Hänsch, Giacomo Rizzolatti, Günter Dosch und Hans Specht, Martin Kemp, Reinhard Genzel, Paul J. Crutzen und Johann Deisenhofer.

Weitere Informationen

Zeit und Ort:

  • Freitag, 06. November, Beginn 17.00 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Gebäudekomplex der Geistes- und Sozialwissenschaften, Hörsaal 1 A, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin – Dahlem, U-Bhf. Thielplatz (U3)

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Franca Brand, Abteilung Außenangelegenheiten der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-73801, E-Mail: franca.brand@fu-berlin.de