Friedrich der Große in Europa

Forschungsprojekt an der Freien Universität Berlin untersucht „aufgeklärten Herrscher“

Nr. 248/2009 vom 21.09.2009

Ein Forschungsprojekt stellt den „aufgeklärten Herrscher“ in einen staatenübergreifenden Zusammenhang und untersucht populäre Friedrich-Bilder | Tagung vom 26. bis 30. September 2009 in der „Villa Vigoni“

Bis heute stößt die Geschichte Preußens auf ein reges Interesse. Friedrich der Große gilt in weiten Kreisen der Gesellschaft als Personifikation „des Preußischen“, gleichzeitig ist er häufig Gegenstand einer nationalstaatlichen Betrachtung. Ein mehrjähriges Forschungsprojekt unter Leitung des Historikers Professor Dr. Bernd Sösemann (Freie Universität Berlin) und des Philologen Professor Dr. Gregor Vogt-Spira (Marburg/Villa Vigoni) verfolgt einen anderen Ansatz: 35 Referenten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Österreich erforschen den „aufgeklärten Herrscher“ konsequent in europäischen Zusammenhängen. Im Zentrum des Projektes stehen drei Jahrestagungen, deren Ergebnisse zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar 2012 in einer zweibändigen Publikation vorliegen sollen. Veranstaltungsort aller Plenumstagungen ist das am Comer See gelegene Deutsch-Italienische Zentrum „Villa Vigoni“. Die erste Konferenz „Friedrich der Große in Europa“ findet vom 26. bis 30. September statt, die Folgeveranstaltungen sind für Juni 2010 sowie Februar 2011 geplant. Die Fritz Thyssen Stiftung und die Gerda Henkel Stiftung unterstützen das Vorhaben und stellen Fördermittel für die Ausrichtung der drei Jahrestagungen, für begleitende Sektionstreffen sowie für Abschlussveranstaltungen in den Metropolen Rom, Mailand, Paris, München und Berlin in den Jahren 2011 und 2012 bereit.

Beitrag für Wissenschaft und Öffentlichkeit

Es diskutieren über die Positionierung von Leben und Werk des preußischen Monarchen im 18. Jahrhundert u. a. Prof. Dr. Christopher Clark (Cambridge), Prof. Dr. Gustavo Corni (Freiburg), Peter H. Wilson (Hull), Prof. Dr. Martin Schieder (Leipzig), Prof. Dr. em. Johannes Kunisch (Köln), Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Münster) und Prof. Dr. Edoardo Tortarolo (Vercelli). Die Teilnehmer greifen auch gängige Vorstellungen von Friedrich dem Großen auf, die sich bis in ihre zeitgenössischen Anfänge zurückverfolgen lassen: “Die Illustrationen von Adolf Menzel und eine Fülle populärer Schriften haben früh ein volkstümlich-wohlwollendes Bild vermittelt”, so Professor Sösemann. Die Themen Öffentlichkeit und Medien, Information und Kommunikation, Fest und Zeremoniell, Ritual und Repräsentation bilden daher einen weiteren Schwerpunkt des Projekts. Die spätere Publikation wird sich in einem allgemeinverständlichen Stil sowohl an Fachwissenschaftler als auch eine breitere Öffentlichkeit richten.

Tagungsprogramm im Internet

Journalisten können an der ersten Jahrestagung teilnehmen. Das ausführliche Programm dieses Drittmittelprojekts der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Bernd Sösemann, Arbeitsstelle für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften)  finden Sie auf der Internetseite der Gerda Henkel Stiftung unter http://www.gerda-henkel-stiftung.de/presse. Gerne können Sie sich im Deutsch-Italienischen Zentrum informieren und Ihre Teilnahme bzw. Interviewwünsche anmelden:

Weitere Informationen

Kontakt:

Frank Lembke
Deutsch-Italienisches Zentrum Villa Vigoni
Tel. +39 0344-361-218
E-Mail:lembke@villavigoni.eu
Internet: www.villavigoni.it

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