Freie Universität Berlin erhält Auskunft von der Staatsanwaltschaft Köln

Staatsanwaltschaft von Medienberichten überrascht

Nr. 220/2009 vom 25.08.2009

Im Hinblick auf die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Köln zu Unregelmäßigkeiten bei Promotionen in Deutschland hat die Freie Universität Berlin heute telefonische Auskunft von der Staatsanwaltschaft Köln erhalten. Laut Information der Staatsanwaltschaft Köln war die Staatsanwaltschaft über die namentliche Nennung von Universitäten in den Medien überrascht. Die in der Presse kursierenden Informationen stammen nicht von der Kölner Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen sind bislang nicht abgeschlossen. Die Beweisunterlagen werden noch geprüft. Der Staatsanwaltschaft liegen auch keine belastbaren Informationen vor über Personal der Freien Universität, das bei der Durchführung von Promotionen rechtswidrige Entscheidungen getroffen haben soll. Es gibt gegenwärtig keine Ermittlungen gegen Personal der Freien Universität Berlin. Entsprechende Presseberichte kann die Staatsanwaltschaft daher nicht bestätigen. Sollten die Ermittlungen ergeben, dass Personal der Freien Universität betroffen ist, wird die Staatsanwaltschaft Köln die Universität umgehend in Kenntnis setzen. Die Freie Universität Berlin hat die Staatsanwaltschaft Köln erneut aufgefordert, schnellstmöglich die Aufklärung voranzutreiben. Dieses wurde ihr zugesagt. 
Die Hochschulleitung der Freien Universität Berlin hat am vergangenen Wochenende aus der Presse erfahren, dass an zahlreichen deutschen Hochschulen nichtplanmäßiges Personal (laut Medienberichten: Honorarprofessoren, Privatdozenten, Aushilfsprofessoren) bei der Durchführung von Promotionsvorhaben rechtswidrige Entscheidungen getroffen haben soll, unter anderem auch an der Freien Universität. Da die Freie Universität Berlin von der Staatsanwaltschaft Köln über Ermittlungen gegen Personal der Universität nicht informiert worden war, hat sich die Universität sofort mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung gesetzt, um Informationen über die Hintergründe der Presseberichte zu erfahren.