Medizinische Projekte gefördert

Bundesministerium für Bildung und Forschung nimmt zwei weitere Projekte in sein Gründungsförderungsprogramm auf

Nr. 166/2009 vom 23.06.2009

In der dritten Förderrunde der Innovationsinitiative Neue Länder unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zwei medizinische Projekte der Freien Universität. Eines ist am Fachbereich Veterinärmedizin angesiedelt, das andere an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, einer gemeinsamen Einrichtung der Freien Universität und der Humboldt-Universität. Beide Projekte erhalten über den Zeitraum von einem halben Jahr je 100.000 Euro, danach können sie sich für eine zweite Förderungsrunde qualifizieren.

Unterstützt werden die zwei Projekte innerhalb des sogenannten ForMaT-Programms des BMBF (ForMaT steht für „Forschung für den Markt im Team“). Mit der Innovationsinitiative soll die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbessert und Grundlagen für Technologietransfers geschaffen werden.

Das am Fachbereich Veterinärmedizin geförderte Projekt heißt „TierMed – Autologe konditionierte Zelltherapie (ACCT) zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen“. Ersetzt man verletztes menschliches oder tierisches Gewebe durch Implantation von Matrixmaterialien oder Ersatzgewebe, wird die nachhaltige Heilung häufig durch Degeneration und schmerzhafte Entzündungen erschwert. Solchen Komplikationen wollen die Veterinärmediziner entgegenwirken. Sie haben genetisch konditionierte Zelltransplantate aus patienteneigenen Knorpelzellen (ACCT) entwickelt, die schmerzlindernde und die Regeneration von Gewebe stimulierende Proteine am Ort des Defektes ausschütten, sobald lokale Entzündungen auftreten. Damit fokussiert sich die Therapie auf den Ort, etwa auf das arthritische Gelenk, und die Dauer der Erkrankung. Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten und deren Nebenwirkungen sollen somit reduziert werden.

„openOR – ein Software-Framework für die chirurgische Intervention“ ist der Titel des an der Charité – Universitätsmedizin Berlin geförderten Projekts. Hintergrund sind die häufigen ernsthaften Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen, die trotz fortschrittlicher Medizintechnik nicht vermieden werden können. „openOR“ verfolgt das Ziel, eine Software-Plattform für chirurgische Eingriffe zu entwickeln, die patientenindividuelle Bilddaten so aufbereitet, dass überraschend auftretende Komplikationen während der Operation minimiert werden können. Die Software soll den chirurgischen Eingriff anhand patientenindividueller Daten bereits vor der Operation planen und simulieren sowie den Ablauf unterstützen.

An der Freien Universität werden bereits mehrere ForMaT-Projekte gefördert. An der Freien Universität vorbereitet, koordiniert und unterstützt wurden die Projekte des ForMaT-Programms durch profund, der Gründungsförderung der Freien Universität. Profund fördert Unternehmensgründungen von Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

  • Projekt „TierMed“:

Professor Dr. Michael F.G. Schmidt, Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin, Institut für Immunologie und Molekularbiologie, Telefon: 030 / 2093 – 6468, E-Mail: schmidt.mfg@vetmed.fu-berlin.de

  • Projekt „openOR“:

Professor Erwin Keeve, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Klinische Navigation, E-Mail: keeve@charite.de

  • Profund – Gründungsförderung der Freien Universität:

Aneta Bärwolf, Telefon: 030 / 838 – 73634, E-Mail: aneta.baerwolf@fu-berlin.de