Deutsch-französisches Forschungsprojekt zum Zerfall des Karolingerreiches bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Agence nationale de la recherche unterstützen eine internationale Forschergruppe unter Leitung von Historikern und Theologen der Freien Universität und der Université de Limoges

Nr. 7/2008 vom 11.01.2008

Das deutsch-französische Forschungsprojekt „Produktivität einer Krise: Die Regierungszeit Ludwigs des Frommen (814 – 840) und die Transformation des karolingischen Imperiums“ wird von Stefan Esders (Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität) und Philippe Depreux (Université de Limoges) geleitet. Die internationale Forschergruppe setzt sich aus Historikern und Theologen verschiedener Hochschulen der beiden Länder sowie Historikern aus Österreich und den Niederlanden zusammen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Agence nationale de la recherche (ANR) unterstützen das Forschungsprojekt, das für drei Jahre bewilligt wurde, mit rund 600.000 Euro.

Untersucht wird die folgenreiche Krisenzeit des karolingischen Reiches unter den Nachfolgern Karls des Großen in den Jahren nach 828/829. Im Ringen um den Machtanspruch zwischen dem König, der Aristokratie und der Kirche spiegelt sich das Spannungsverhältnis zwischen dem theologisch gerechtfertigten Zentralismus einerseits und der regionalen, rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen  Autonomie andererseits. Im Unterschied zu älteren Geschichtsdeutungen, die häufig die nationale Perspektive in den Vordergrund rückten, sucht die international zusammengesetzte  Forschergruppe aus Historikern und Theologen nach einem politisch-sozialen Erklärungsmodell jenseits nationaler  Deutungen. Hierfür werden Quellen neu untersucht, relevante Quellentexte ins Deutsche oder Französische übersetzt sowie eine umfassende Synthese erarbeitet.

Die DFG und die ANR, die das deutsch-französische Forschungsprojekt mit insgesamt rund 600.000 Euro fördern, haben für den Zeitraum von 2008 bis 2010 mehrere Doktoranden- und Postdoktorandenstellen bewilligt sowie umfangreiche Reisemittel und Konferenzgelder.

Weitere Informationen

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Stefan Esders, Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Geschichte der Spätantike und des Frühen Mittelalters, Tel. 838-56823, E-Mail: Stefan.Esders@fu-berlin.de