Umwege – Ästhetik und Poetik exzentrischer Reisen. Gert Mattenklott zum 65. Geburtstag

Symposium an der Akademie der Künste, 9. und 10. Februar

Nr. 18/2007 vom 19.01.2007

Gert Mattenklott
Gert Mattenklott; Foto: Kündel Saro

Die Freie Universität Berlin veranstaltet ein Symposium zum Thema Reisen in der geisteswissenschaftlichen Forschung. Unter dem Titel „Umwege – Ästhetik und Poetik exzentrischer Reisen“ wird das Thema aus fächerübergreifender Sicht beleuchtet. Veranstalter der Tagung am 9. und 10. Februar in der Akademie der Künste ist das Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität. Anlass ist der 65. Geburtstag des am Institut lehrenden Literaturwissenschaftlers Prof. Dr. Gert Mattenklott.

Das Symposium ist in fünf Sektionen gegliedert: Der erste Block „Odysseen, Labyrinthe, Dschungel“ befasst sich damit, wie Reisen den Reisenden verändern und welche Erfahrungen sie ermöglichen. Der Komplex „Schiffbrüchige, Gestrandete, Verschollene“ fragt nach dem Scheitern von Reisen und dem Verbleib der Gestrandeten. Den Aspekt „Stadträume als Schauplätze“ beleuchtet die Sektion „Nomaden, Vaganten, Stadtstreicher“. Erörtert wird hier auch, welche Erfahrungen sich als abwegige Reisen verstehen lassen. Antworten auf die Fragen „Wer reist heute wie und aus welchen Gründen?“ und „Inwiefern prägt Reisen unsere Lebenserfahrungen?“ sucht der Themenblock „Flüchtlinge, Migranten, Touristen“. Die fünfte Einheit „Schlängeln, Durchmogeln, Ausweichen“ erörtert den Unterschied zwischen Reise und Umweg und fragt nach einer „Poetik des Umwegs“.

Neben wissenschaftlichen Vorträgen nähert sich das Symposium seinem Thema auch in literarischer Form, beispielsweise mit einem Essay des Berliner Schriftstellers Michael Roes.

Gert Mattenklott wurde am 21. Januar 1942 in Oranienburg geboren. Er studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL), Philosophie, Germanistik und Geschichte in Berlin, Göttingen und Grenoble. 1967 promovierte er in den Fächern AVL und Philosophie. Von 1968 bis 1969 forschte er als Research Fellow an der renommierten Yale University in den USA. 1969 folgte die Habilitation im Fach AVL an der Freien Universität Berlin. Von 1972 bis 1994 war Gert Mattenklott Professor für Neuere Deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, seitdem lehrt er Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte bilden unter anderem „Künste im Vergleich“, „Europäische Judaica“ und „Ästhetik“. Gastprofessuren führten ihn unter anderem nach Japan, Israel, Italien und in die USA. Als Literaturhistoriker, Essayist und Literaturkritiker schreibt Gert Mattenklott unter anderem für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), die Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) sowie für die Literaturzeitschrift Sinn und Form. Er sitzt im Beirat der Hugo-von-Hofmannsthal-Gesellschaft und im Vorstand der Ludwig-Hohl-Gesellschaft. Gert Mattenklott hat zahlreiche Bücher publiziert, darunter die Monographien „Melancholie in der Dramatik des Sturm und Drang“ (1968/1985) und „Bilderdienst. Ästhetische Opposition bei Beardsley und George“ (1970/1985).

Termin und Ort

  • Freitag, 9. Februar, und Samstag, 10. Februar 2007, jeweils ab 9.30 Uhr
  • Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Weitere Informationen

Für weitere Informationen und das detaillierte Tagungsprogramm wenden Sie sich bitte an:

Rainer Falk
Telefon: 030 / 838-57440
E-Mail: rainer.falk@web.de