Dreimal erfolgreich beim Tiburtius-Preis 2006

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin werden für herausragende Dissertationen geehrt

Nr. 275/2006 vom 12.12.2006

Bei der diesjährigen Vergabe des Tiburtius-Preises der Berliner Hochschulen schneiden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin hervorragend ab: In der Kategorie Dissertationen belegen sie die ersten drei Plätze. Die nach Ansicht der Jury beste Arbeit verfasste Dr. Ariane Schmechel vom Institut für Chemie und Biochemie. Platz zwei ging an Dr. des. Natascha Pomino, Platz drei an Dr. Leo Groß. Die mit 4.000, 2.500 bezie-hungsweise 1.500 Euro dotierten Ehrungen werden am Montag, 18. Dezember 2006 verliehen.

Dr. Ariane Schmechel untersuchte unter anderem die Rolle des Amyloid-Vorläuferprotein, – kurz APP – bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit. APP kommt hauptsächlich in Nervenzellen vor und trägt maßgeblich dazu bei, dass jene Plaques entstehen und sich ablagern können, die die Funktion des Gehirns beeinträchtigen.

Dr. des. Natascha Pomino vom Institut für Romanische Philologie befasste sich mit der Funktionsweise der Wortformenbildung im mentalen grammatischen System natürlicher Sprachen. Hierbei gelang ihr erstmals eine einheitliche und vollständige Analyse des spanischen Verbalsystems. Durch eine Kombination und Weiterentwicklung neuester Grammatikmodelle konnte wider Erwarten gezeigt werden, dass die unregelmäßigen Verben nur marginal von den regelmäßigen abweichen.

Dr. Leo Groß vom Institut für Experimentalphysik untersuchte synthetisierte organische Moleküle mittels Tieftemperatur-Rastertunnelmikroskopie im Ultrahoch-Vakuum. Dabei wurden Strukturen aus einzelnen Molekülen und Atomen Schritt für Schritt zusammengesetzt und charakterisiert. Er zeigte unter anderem, wie sich Atome auf einer Metalloberfläche mit einem Molekül fangen, transportieren und auch wieder absetzen lassen. Dr. Groß lieferte Erkenntnisse über Wechselwirkungen solcher Moleküle untereinander und mit Substraten. Die Ergebnisse sind entscheidend für die Entwicklung molekularer Elektronik, in der einzelne Moleküle die Funktionen von Schaltern, Drähten und logischen Bauelementen übernehmen sollen.

Der Tiburtius-Preis wird von der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen für hervorragende Dissertationen an den Universitäten sowie hervorragende Diplomarbeiten an den Fachhochschulen vergeben.