Naturwissenschaftlicher Vortrag über Wahrnehmung von Musik

Vierte Einstein Lecture Dahlem an der Freien Universität Berlin

Nr. 225/2006 vom 25.10.2006

Die Physik-Professoren H. Günter Dosch und Hans J. Specht halten am 3. November im Rahmen der Einstein Lectures Dahlem einen Vortrag über musikalische Wahrnehmung. Grundlage sind physikali-sche, neurophysiologische und psychologische Erkenntnisse. Die dargestellten Forschungsergebnisse und Ausführungen werden mit vielen Experimenten und musikalischen Beispielen veranschaulicht. Das musikalische Rahmenprogramm wird vom Cellisten Alban Gerhardt gestaltet, die Diskussion leitet Dr. Elmar Weingarten, Kurator des Hauptstadtkulturfonds. Der Vortrag ist öffentlich.

Das menschliche Ohr zerlegt musikalische Töne in Teile, die eine harmonische Reihe bilden. Der Gesamteindruck ist dennoch einheitlich, charakterisiert durch Tonhöhe und Klangfarbe. Enthält eine Tonreihe nur wenige Komponenten, so nehmen verschiedene Hörertypen diese unterschiedlich wahr: Für Grundtonhörer bleibt der ganzheitliche Eindruck erhalten, Obertonhörer hingegen nehmen die Einzeltöne wahr. Die emeritierten Professoren Günter Dosch und Hans Specht sind seit Jahren der Sonderrolle periodischer Töne bei der musikalischen Wahrnehmung auf der Spur. Sie bedienen sich dabei psychoakustischer und neurophysiologischer Methoden. Bei der Untersuchung einer großen Zahl von Berufsmusikern, Amateuren und Nichtmusikern fanden sie im primären Hörkortex des Gehirns erhebliche strukturelle und funktionelle Unterschiede, die mit der musikalischen Begabung und dem Training korrelieren. Die psychoakustischen Aspekte werden mit einer Vielzahl von Experimenten veranschaulicht.

Aus einer gemeinsamen Vorlesungsreihe über „Physik und Musik“ vor 20 Jahren entwickelten Dosch und Specht weitere Vorlesungen und ein zunehmend selbstständiges Forschungsprogramm, in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Es sind etliche Publikationen dieser Arbeitsgruppe erschienen.

Mit den Einstein Lectures Dahlem würdigt die Freie Universität Berlin am traditionellen Wissenschaftsstandort Dahlem das epochale Wirken Albert Einsteins mit einem hochkarätigen, interdisziplinär ausgerichteten Colloquium. Bislang sprachen im Rahmen der Veranstaltungsreihe Hans Frauenfelder, Stephen Hawking und Theodor W. Hänsch. Die Einstein Lectures Dahlem, die einmal pro Semester stattfinden und eine breite Öffentlichkeit ansprechen, umfassen alle Wissensgebiete, die durch Albert Einsteins Denken beeinflusst werden. Einstein war nahezu zwei Jahrzehnte als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Dahlem tätig.

Ort und Zeit:

  • Hörsaal 1 a, „Silberlaube“ der Freien Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
  • Freitag, 3. November 2006, 16.00 bis 18.30 Uhr

Es wird darum gebeten, die Plätze bis 15.55 Uhr einzunehmen.

Weitere Informationen

Freie Universität Berlin, Abteilung Außenangelegenheiten, International Office, Dr. Fabian Mager, Telefon: 030 / 838-73407, Telefax: 030 / 838-73444, E-Mail: protocol@zedat.fu-berlin.de