Rembrandt – Wissenschaft auf der Suche

Öffentliches, internationales Symposium am 4. und 5. November

Nr. 222/2006 vom 23.10.2006

Auch 400 Jahre nach seiner Geburt ist der Ruhm Rembrandts als eines der größten Genies europäischer Malerei, Zeichenkunst und Druckgrafik ungebrochen. Ausstellungen und Tagungen über das Leben und Werk des großen Holländers sind im Jubiläumsjahr daher allgegenwärtig. Zum Abschluss der drei Rembrandt-Ausstellungen veranstalten die Freie Universität Berlin und die Staatlichen Museen zu Berlin am 4. und 5. November 2006 ein öffentliches, international besetztes Symposium, zu dem auch Journalisten herzlich eingeladen sind. Der Eintritt ist frei.

Obgleich Person und Werk Rembrandts als gut erforscht gelten, sind über einzelne Werke oder Werkgruppen noch viele Fragen offen, denen sich das Symposium unter dem Titel „Rembrandt – Wissenschaft auf der Suche“ annähern möchte. Forschungsbedarf besteht insbesondere über Rembrandts zeichnerisches Schaffen. „Rembrandt hat weniger gezeichnet, als bisher angenommen, und nicht in allen Lebensphasen mit gleicher Intensität“, sagt Christian Tico Seifert vom Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass weniger als die Hälfte der Rembrandt zugeschriebenen Zeichnungen wirklich aus der Feder des Meisters stammen. Die Originale von den Arbeiten seiner Schüler abzugrenzen, ist eine Herausforderung für die Experten.

„Von den großen Namen der Rembrandt-Forschung fehlt an diesem Wochenende niemand“, verspricht Christian Tico Seifert. Unter anderem werden Prof. Ernst van de Wetering, Leiter des Amsterdamer „Rembrandt Research Projects“ und Prof. Egbert Haverkamp-Begemann, der Nestor der Rembrandt-Forschung, im Plenum sitzen und mitdiskutieren. Einem breiteren Publikum ist auch Gary Schwartz bekannt, der zahlreiche Bücher über Rembrandt veröffentlich hat und als ausgewiesener Kenner des Malergenies gilt. Sein jüngstes Buch „Rembrandt – Vom Leben und Werk eines Genies“ ist soeben erschienen. Schwartz hält am 4. November den Festvortrag zum Thema „Reintroducing Rembrandt“ an der Freien Universität Berlin.

Mit dem Symposium enden auch die drei Ausstellungen von Gemälden, Zeichnungen und Radierungen in den Galerien der Staatlichen Museen. Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht notwendig.

Ort und Zeit:

Symposium: Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek Berlin, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin; Beginn: 4. November, 9 Uhr. Abendveranstaltung mit Festvortrag von Gary Schwartz: Hörsaal I des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin, Van‘t-Hoff-Straße 8, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U3), Beginn: 19 Uhr.

Das vollständige Programm im Internet unter:

www.fu-berlin.de/kunstgeschichte

Weitere Informationen

Christian Tico Seifert, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-56820, E-Mail: cticos@zedat.fu-berlin.de