Bewegte Erfahrungen – Zwischen Emotionalität und Ästhetik

4. Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“

Nr. 214/2006 vom 18.10.2006

Mit dem komplizierten Verhältnis von Gefühlen und ästhetischer Erfahrung befasst sich die vierte Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ der Freien Universität Berlin, die vom 3. bis zum 5. November im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, stattfindet. Die fächerübergreifend besetzte Konferenz erörtert die Frage nach der Erfahrbarkeit von Emotionen und der Bewegtheit ästhetischer Erfahrungen unter verschiedenen Gesichtspunkten. In einem Abendvortrag am 3. November spricht der kanadische Philosoph und Buchautor Ronald de Sousa über „Repetition and Novelty in Emotion, Life and Art“.

Unter vier Gesichtspunkten will die Konferenz dem Thema zu Leibe rücken: In Sektion 1, „Zwischen Pathos und Reflektion“, widmen sich die Teilnehmer zunächst den geschichtlichen Voraussetzungen in Vorträgen über „Die sinnenfreudige Musikästhetik des Mittelalters“ oder „Scheiternde Helden und ästhetische Erfahrung im Sturm und Drang“ (3. November, ab 14 Uhr). In der zweiten Sektion, mit „Anteilnahme und Desinteresse“ übertitelt, diskutieren die Forscher über „Die Jüngersche Haltung in Beat- und Pop-Literatur“ und „Die Selbstvergessenheit der Dinge in der russischen Avantgarde“ (4. November, ab 9.30 Uhr). Die körperliche Dimension der ästhetischen Erfahrung wird in Sektion 3 betrachtet. Zur Diskussion stehen Vorträge über „ästhetische Irrwege in der Psychophysik“, zur „Physiologie von Geschmacksurteilen“ und dem „Verhältnis von Theateravantgarde und Psychosomatik“. Ein Paradebeispiel für das Ineinandergreifen von ästhetischer Erfahrung und Emotion schließlich ist die Liebe, der die Konferenz ihre abschließende, vierte Sektion am 5. November (ab 9.30 Uhr) widmet. Auf dem Programm stehen hier unter anderem Vorträge zum „Liebesdiskurs in der lateinamerikanischen Postavantgarde“ und zur „Liebe als Metaphysik“.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Ein detailliertes Exposé finden Sie unter:

www.sfb626.de/veranstaltungen/tagungen/2006-11-03

Der Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ wurde am 1. Januar 2003 an der Freien Universität Berlin eingerichtet. Finanziert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), arbeiten in ihm Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Universität Potsdam und des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte zusammen. Ziel des Sonderforschungsbereichs ist ein besseres Verständnis zweier jüngerer Entwicklungen: der intermedialen Vernetzung der Künste untereinander und der Tendenz zur Aufhebung der Grenze zwischen Kunst und Nichtkunst.

Ort und Zeit:

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin, S-Bhf. Hauptbahnhof, Beginn: 3. November, 14 Uhr

Weitere Informationen

Prof. Dr. Werner Busch, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-53849, E-Mail: wbusch@zedat.fu-berlin.de