Erste Professur für Familien- und Bildungsökonomie im Bereich der frühen Kindheit an einer deutschen Universität

DIW-Mitarbeiterin zum 1. Juli an die Freie Universität Berlin berufen

Nr. 163/2006 vom 24.07.2006

Die Freie Universität Berlin und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin haben gemeinsam C. Katharina Spieß zur Professorin für das Fachgebiet „Familien- und Bildungsökonomie im Bereich der frühen Kindheit“ ernannt. Bei der Professur an der Freien Universität Berlin handelt sich um die erste Professur auf dem Fachgebiet Familien- und Bildungsökonomie in einem erziehungswissenschaftlichen Fachbereich an einer deutschen Universität.

C. Katharina Spieß erforscht bereits seit über zehn Jahren die Familien- und Bildungsökonomie in der frühen Kindheit und war damit eine der Pioniere auf diesem Gebiet in Deutschland. In den USA, wo sie mehrere Forschungsaufenthalte verbrachte, wird der Bereich „Economics of Child Care“ schon lange von namhaften Ökonomen, etwa dem Nobelpreisträger James Heckman, bearbeitet. In Deutschland ist dies dagegen eine neuere Entwicklung.

C. Katharina Spieß studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und promovierte an der Ruhr-Universität Bochum. Danach war sie mehrere Jahre Projektleiterin bei der Prognos AG. Sie ist seit dem Jahr 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Längsschnittstudie Sozio-ökonomisches Panel am DIW Berlin, an der sie weiterhin mitarbeiten wird. Im Frühjahr 2005 hat sich Frau Spieß an der Technischen Universität Berlin habilitiert. In den Jahren 2003 bis 2005 war sie Mitglied der Kommission für den 7. Familienbericht der Bundesregierung.

C. Katharina Spieß hat schon Anfang der 90er Jahre Analysen im familien- und bildungsökonomischen Kontext durchgeführt und damit die deutsche Debatte um valide und repräsentative Informationen bereichert. Inzwischen werden in der deutschen Diskussion ökonomische Inhalte von etlichen Akteuren benannt, etwa hinsichtlich des Ausbaus der Kinderbetreuung in Deutschland. Frau Spieß hat in dieser Debatte maßgeblich auf den volkswirtschaftlichen Nutzen eines solchen Ausbaus hingewiesen und mit einem Plädoyer für eine nachfrageorientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen zu Veränderungen beigetragen. Ein wichtiges Element einer nachhaltigen Familienpolitik sieht sie langfristig in einer Familienkasse; einem Ansatzpunkt, den sie weiterentwickelte und in die deutsche Diskussion mit einführte.

Weitere Informationen

Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Wissenschaftsbereich Erziehungswissenschaft und Grundschulpädagogik / Arbeitsbereich Kleinkindpädagogik der Freien Universität Berlin, Tel.: 030 / 838-54664, E-Mail: kspiess@diw.de