Flugblätter vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart

Tagung der Staatsbibliothek zu Berlin und der Editionswissenschaft der Freien Universität Berlin

Nr. 38/2006 vom 16.03.2006

Das Medium „Flugblatt“ ist seit 1488 nachweisbar. Während man allerdings heute beim Begriff „Flugblatt“ immer an politische Flugblätter denkt, meint man, wenn man von Flugblättern im ausgehenden 15. Jahrhundert spricht, etwas völlig anderes: kommerzielle Einblattdrucke nämlich. Diese kommerziellen Flugblätter waren die „Bild-Zeitung“ des Spätmittelalters: eine Handelsware, hergestellt zum Geldverdienen, angeboten von Marktschreiern, auf Jahrmärkten und vor Kirchentüren, aber auch im traditionellen Buchhandel, im Großhandel und auf Messen. Kostenlos waren sie keinesfalls – ein krasser Gegensatz zum heute bekannten Protest-Flugblatt. Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Editionswissenschaft der Freien Universität Berlin veranstalten vom 23. bis zum 25. März eine Tagung, die die Geschichte der Gattung „Flugblatt“ nachzeichnet und neueste Forschungsergebnisse präsentiert.

Das Medium „Flugblatt“ ist seit 1488 nachweisbar. Während man allerdings heute beim Begriff „Flugblatt“ immer an politische Flugblätter denkt, meint man, wenn man von Flugblättern im ausgehenden 15. Jahrhundert spricht, etwas völlig anderes: kommerzielle Einblattdrucke nämlich. Diese kommerziellen Flugblätter waren die „Bild-Zeitung“ des Spätmittelalters: eine Handelsware, hergestellt zum Geldverdienen, angeboten von Marktschreiern, auf Jahrmärkten und vor Kirchentüren, aber auch im traditionellen Buchhandel, im Großhandel und auf Messen. Kostenlos waren sie keinesfalls – ein krasser Gegensatz zum heute bekannten Protest-Flugblatt. Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Editionswissenschaft der Freien Universität Berlin veranstalten vom 23. bis zum 25. März eine Tagung, die die Geschichte der Gattung „Flugblatt“ nachzeichnet und neueste Forschungsergebnisse präsentiert.

Als vor etwa fünfunddreißig Jahren die Forschung begann, sich den Flugblättern der Frühen Neuzeit als literarischer bzw. kulturhistorischer Gattung zuzuwenden, musste sie die einzelnen Exemplare in Sammelkonvoluten entdecken und manchmal sogar als Makulatur aus Buchdeckeln herauslösen. Erst langsam setzte sich die Einsicht durch, dass dieses Medium in der Lage ist, auf nur einer Seite die politische, kunst- und literaturgeschichtliche sowie medienhistorische Situation seiner Zeit zu präsentieren, und das zum Teil auf höchstem Niveau. Von den Einblattinkunabeln bis ins 17. Jahrhundert wird die Gattung „Flugblatt“ seit einiger Zeit akribisch dokumentiert und ediert. Jüngere Flugblätter werden in der Forschung nur gelegentlich in den Blick genommen, aber gerade diese Materialien, die zum Teil in reichem Maße die Magazine der Bibliotheken füllen, harren ihrer wissenschaftlichen Erschließung. Der Austausch zwischen der historischen und philologischen Forschung und den bibliothekarischen Modellen der Bereitstellung und Erschließung der kulturhistorischen Gattung „Flugblatt“ ist Ziel der Tagung „Flugblätter vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart als kulturhistorische Quellen und bibliothekarische Sondermaterialien“, die die Staatsbibliothek zu Berlin und die Editionswissenschaft der Freien Universität Berlin vom 23. bis zum 25. März gemeinsam veranstalten.

Die Tagung gliedert sich in drei Themenbereiche:

1. Flugblätter der Frühen Neuzeit (Donnerstag, 23. März, ab 14 Uhr)
2. Flugblätter von der Frühen Neuzeit zur Moderne (Freitag, 24. März, ab 9 Uhr)
3. Altes Medium, neue Zeit: Flugblätter im 20. Jahrhundert (Samstag, 25. März, ab 8.30 Uhr)

Das detaillierte Programm im Internet unter:

http://staatsbibliothek-berlin.de

Termin & Ort:

23. bis 25. März 2006
Staatsbibliothek zu Berlin, Simón Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Ansprechpartner:

- Dr. Jörg Jungmayr, Editionswissenschaft, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-54075, E-Mail: jungmayr@zedat.fu-berlin.de
- Dr. Christiane Caemmerer, Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Telefon: 030 / 2662840, E-Mail: christiane.caemmerer@sbb.spk-berlin.de