Dr. Dieter Lenzen geht nicht in die Landespolitik

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Univ.-Prof. Dr. Dieter Lenzen wechselt nicht in die Landespolitik

Nr. 143/2005 vom 15.08.2005

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Univ.-Prof. Dr. Dieter Lenzen, ist in den letzten Monaten aus verschiedenen politischen Richtungen angesprochen worden, sich parteipolitisch für die Reform unseres Landes zu engagieren oder bei der Gründung neuer Parteien mitzuwirken. Zu diesen Erwartungen nimmt der Präsident wie folgt Stellung:

„Es ist erfreulich, dass Mitglieder verschiedener politischer Parteien die besondere Bedeutung erkennen, die der Bildung bei der Bewältigung der großen Herausforderungen unseres Landes zukommt. Dazu gehören die Arbeitslosigkeit, die Alterung unserer Gesellschaft, das Gesundheitswesen, Verkehr, Justiz und innere Sicherheit. Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, nach Kompetenz zu suchen, die mit dem Schlüsselthema Bildung professionell befasst ist.

Es ist auch richtig, wenn der Wissenschaft bei der Suche nach politisch-fachlicher Kompetenz in unserem Land die zentrale Rolle beigemessen wird. Wissenschaft ist in der Tat der Ausgangspunkt für Innovation und Wirtschaftswachstum und damit Voraussetzung für Beschäftigung und Wohlstand.

Und es ist besonders angemessen, dass die Freie Universität und ihre Leitung als Vorbild für gesellschaftlichen Konsens gesehen wird, der angesichts der künftigen gesellschaftlichen Aufgaben so notwendig ist. Die Freie Universität ist das Beispiel einer großen Berliner Institution, die politische Grabenkämpfe überwunden hat und trotz massiver finanzieller Schnitte und gefährlicher Angriffe von außen wie beim Kampf um ihr Universitätsklinikum einen unbeirrbaren Weg des fairen Interessenausgleichs sachorientiert, pragmatisch und überparteilich gegangen ist.

Ich werde deshalb diesen Erfolgsweg fortsetzen und gemeinsam mit dem Präsidium das Schiff weiter sicher und kontinuierlich durch schwere See steuern. So wird es nach den gravierenden Mittelkürzungen jetzt darauf ankommen, die Zukunft der Humanmedizin auch im Sinne der Freien Universität zu sichern, unsere Universität im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder zu positionieren und die viel versprechend angefangenen Reformen in Forschung (Clusterentwicklung) und Lehre (Studienreform) sowie der Infrastruktur (Campusentwicklung) zum Erfolg zu führen.

Dazu steht der Universität meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit zur Verfügung. Ein Engagement für eine politische Partei kommt nicht in Betracht – auch deshalb nicht, weil für Berlin ein Weg gefunden werden muss, der über eine einzelne Partei hinausführt. Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich kompetente Politiker(innen) mit realistischen und sachgerechten Zukunftskonzepten jenseits von Parteienstreit zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und der ihrer Kinder und Enkelkinder. Sie wissen, dass Bildung und Wissenschaft dafür die entscheidenden Grundlagen darstellen.

Insofern finden die Parteien meine Sympathie und Zustimmung, die den Erfolgsweg der Freien Universität auch für das Land zum Vorbild machen wollen.“