Kunsthistoriker Christian Welzbacher erhält Theodor-Fischer-Preis

Internationaler Nachwuchsförderpreis an FU-Alumnus

Nr. 116/2005 vom 29.06.2005

Der Kunsthistoriker Christian Welzbacher erhält für seine Dissertation, die an der Freien Universität Berlin entstand, den Theodor-Fischer-Preis 2005. Mit dem Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, prämiert das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München herausragende Forschungsarbeiten zur Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Christian Welzbacher hat an der Freien Universität Berlin über „Die Staatsarchitektur der Weimarer Republik“ promoviert. Die Dissertation handelt von den wichtigsten Bauten, die im Auftrag verschiedener Institutionen des Deutschen Reiches während der Weimarer Republik errichtet worden sind. So etwa die Reichsschuldenverwaltung in Berlin-Kreuzberg von German Bestelmeyer, die Erweiterung der Reichskanzlei durch Jobst Siedler, die frühen Planungen für ein Regierungsviertel im Berliner Spreebogen, die Planungen für den Neubau der Reichsbank mit Entwürfen von Mies van der Rohe und Walter Gropius sowie den Pavillons des Deutschen Reiches auf den großen internationalen Ausstellungen, beispielsweise den von Mies van der Rohe entworfenen Pavillon für Barcelona.

1970 in Offenbach am Main geboren, absolvierte Christian Welzbacher zunächst eine Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten in Wiesbaden. Anschließend studierte er Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Mainz, Glasgow, Amsterdam und an der Freien Universität Berlin. Hier schloss er das Studium mit einer Magisterarbeit zum Kirchenbau der Moderne ab. 2004 folgte die Promotion unter der Betreuung von Prof. Dr. Harold Hammer-Schenk und Prof. Dr. Christiane Salge. Seit 1998 ist Welzbacher als freier Journalist tätig, er schreibt u.a. für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Zeit“ und verschiedene Fachzeitschriften. Welzbacher hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. den Kritiker-Förderpreis der Bundesarchitektenkammer (2001) und ein Stipendium der Gerda-Henkel-Stiftung in Düsseldorf (2002-2004).

Mit dem Theodor-Fischer-Preis werden Forschungsarbeiten – Dissertationen, Magisterarbeiten oder abgeschlossene Publikationen – zur Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis besteht in einem dreimonatigen Forschungsstipendium am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Fachkommission. Der Name des Preises erinnert an den Architekten, Hochschullehrer und Münchener Stadtbaurat Theodor Fischer (1862-1938).

Weitere Informationen

Prof. Dr. Harold Hammer-Schenk, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Tel.: 030 / 838-53816, E-Mail: khi@zedat.fu-berlin.de