Direktor der Gemäldegalerie Berlin referiert über Diego Velázquez

Prof. Dr. Bernd Lindemann zu Gast beim „Niederländischen Forum“ am 8.12

Nr. 224/2004 vom 06.12.2004

Die zweite Vortragsreihe im Rahmen des „Niederländischen Forums“ am Kunsthistorischen Institut (KHI) der Freien Universität Berlin eröffnet am Mittwoch, dem 8. Dezember 2004, um 19 Uhr in der Botschaft des Königreichs der Niederlande. Der kürzlich ernannte Direktor der Gemäldegalerie Berlin, Prof. Dr. Bernd Wolfgang Lindemann, widmet sich in seinem ersten öffentlichen Vortrag nach dem Amtsantritt in Berlin einem der berühmtesten Werke des spanischen Malers Diego Velázquez, der „Übergabe von Breda“.

Lindemann zeigt, dass Velázquez die Einnahme der holländischen Stadt Breda durch spanische Truppen im Jahr 1625 auf höchst ungewöhnliche Weise darstellte. Der Künstler wählte eine völlig neue Form, den militärischen Triumph zu zeigen und bedient sich dazu niederländischer Bildformeln. Der Akt der politischen Usurpation im Bild wiederholt sich gewissermaßen auf der künstlerischen Ebene.

Bernd Lindemann (Jg. 1951) war nach seiner Tätigkeit als Assistent am KHI Kustos an der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen Berlin und seit 1994 Konservator, seit 1999 zugleich stellvertretender Direktor, am Kunstmuseum in Basel. Seit Juni 2004 ist er als Nachfolger von Prof. Dr. Jan Kelch Direktor der Gemäldegalerie Berlin.

Der Vortrag findet im Prins Claus Zaal der niederländischen Botschaft statt. Das von Rem Koolhaas entworfene Gebäude gehört zu den spektakulärsten Neubauten der Hauptstadt und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich.

Das „Niederländische Forum“ am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität lenkt den Blick auf besondere Aspekte der niederländischen Kunst, die an den Berliner Museen mit herausragenden Werken holländischer und flämischer Kunst reich vertreten ist. Berlin ist zugleich ein traditionsreicher Ort der Forschung zur niederländischen Kunstgeschichte. Der Themenkreis des „Niederländischen Forums“ ist weit gefasst. Altniederländische, holländische und flämische Malerei und Graphik, Skulptur und Kunstgewerbe, Architektur und neue Medien sind Gegenstand des Programms. Im Vordergrund stehen aktuelle Berichte aus Forschung und Praxis. Neben anerkannten Fachleuten aus dem In- und Ausland wird jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten, ihre Projekte vorzustellen. Zugleich ist das Forum ein Treffpunkt für Menschen mit Interesse an niederländischer Kunst und Kultur.

Gäste sind herzlich willkommen.
Das „Niederländische Forum“ wird von der Botschaft des Königreichs der Niederlande freundlich unterstützt.
Wichtig! Aus Sicherheitsgründen müssen sich Interessierte bitte für die Veranstaltung anmelden unter: nl-forum@web.de

Zeit und Ort:

  • 8. Dezember 2004, 19.00 Uhr
  • Botschaft des Königreichs der Niederlande, Klosterstraße 50, 10179 Berlin (U2 Klosterstraße)

Weitere Informationen

Christian Tico Seifert, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Tel.: 030 / 838-56820, E-Mail: cticos@zedat.fu-berlin.de