Prof. Dr. Gabriele Brandstetter erhält Leibniz-Preis 2004

Höchst dotierter deutscher Forschungspreis für Theaterwissenschaftlerin der Freien Universität

Nr. 202/2003 vom 05.12.2003

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm bestimmt. Einen der Leibniz-Preise erhält Prof. Dr. Gabriele Brandstetter, die seit 2003 als Professorin am Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität lehrt. Die Fördersumme von 1,55 Mill. Euro ist für Forschungsarbeiten vorgesehen und kann nach den Kriterien der Wissenschaftler flexibel eingesetzt werden. Gabriele Brandstetter gilt als eine der innovativsten Forscherpersönlichkeiten der deutschen Kulturwissenschaften. An der Freien Universität Berlin sind damit bereits dreizehn Wissenschaftler mit dem Großen Leibniz-Preis ausgezeichnet worden.

Das umfangreiche wissenschaftliche Werk der 49-Jährigen zeichnet sich durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität aus. So hat Gabriele Brandstetter ihre venia legendi 1993 für Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft erhalten. In ihren Studien beschäftigt sich die in München Geborene sowohl mit Themen der klassischen Literaturwissenschaften, als auch mit dem Musik- und Tanztheater. Gabriele Brandstetter hat in Erlangen, München und Wien Germanistik, Geschichte und Politik sowie zusätzlich Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie studiert.

Sie promovierte 1984 mit einer Dissertation über die Lyrik des Romantikers Clemens Brentano. Von 1981 bis 1993 unterrichtete sie in München, später in Bayreuth Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Theater- und Musikwissenschaft. Lehraufträge führten sie nach Adelaide (Australien), Salzburg, Sao Paulo und Tokyo. 1993 hat Gabriele Brandstetter sich an der Universität Bayreuth mit einer Arbeit zu "Lecture corporelle. Körperbilder und Raumfiguren in Tanz, Theater und Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts" habilitiert. Im selben Jahr übernahm sie eine Professur für Angewandte Theaterwissenschaft im Studiengang "Drama, Theater, Medien" an der Justus-Liebig-Universität in Giessen. 1997 wechselte sie auf eine Professur an der Universität Basel, im Sommersemester 2003 kam sie an die Freie Universität Berlin.

Die Leibniz-Preisträgerin beschäftigt sich vor allem mit der Literatur des späten 18. und des frühen 19. Jahrhunderts sowie der Jahrhundertwende und des 20. Jahrhunderts. Dabei stehen die Lyrik und das Drama im Vordergrund. Gleichzeitig bezieht sie auch die bildenden und die darstellenden Künste, insbesondere das Theater und die Oper in ihre Forschungen ein. So hat sie sich in verschiedenen Veröffentlichungen mit Mozarts "Cosi fan tutte" oder Schaffers Film "Amadeus", aber auch mit Körpersprache und Raum im modernen Tanztheater auseinandergesetzt. Für ihre Arbeiten zeichnete sie die Aby Warburg Stiftung in Hamburg und die Alexander Clavel Stiftung in Basel aus.

Ziel des 1985 eingerichteten Programms der DFG ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler zu erleichtern. Für den Preis können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachgebieten nominiert werden.

Weitere Informationen