Informationsveranstaltung für das wissenschaftliche Personal am 7. Mai

Nr. 63/2003 vom 06.05.2003

Das Präsidium der Freien Universität Berlin lädt alle Professoren/innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die unzumutbaren Einsparforderungen des Berliner Senats am Mittwoch, dem 7. Mai 2003, um 15.00 Uhr ins Auditorium Maximum, Henry-Ford-Bau, Garystr. 35 ein. Am 12.5.2003 findet am selben Ort außerdem eine Personalversammlung statt.

Das Präsidium wird über den Stand der Hochschulvertragsverhandlungen für die Jahre 2006 bis 2009 berichten und die Konsequenzen aus den Einsparvorgaben erörtern, die Finanzsenator Thilo Sarrazin auf mindestens 200 Mio. EURO beziffert – zum Vergleich: Der um die Versorgungslasten bereinigte Zuschuss für Universitäten beträgt heute schon 677 Mio. EURO. Für die Universität bedeuten Kürzungen in dieser Größenordnung, dass ab sofort keine Einstellungen und Berufungen mehr vorgenommen und etwa 1.000 Stellen bis zum Jahr 2009 gestrichen werden müssten. Die Einstellung ganzer Studienfächer und den Verlust von etwa einem Drittel der Studienplätze an der FU wären die Folgen. Die Forschungsfähigkeit der Freien Universität wäre erheblich beeinträchtigt und Drittmitteleinnahmen in Höhe von 53 Mio. EURO im nicht-medizinischen Bereich und damit auch ca. 500 aus Drittmitteln finanzierte Arbeitsplätze. Gemeinsam mit anderen Berliner Forschungseinrichtungen betriebene Projekte und Kooperationen müssten ebenfalls eingestellt werden.

Die Mitglieder der Freien Universität sind aufgerufen, gegen eine ruinöse, bildungs- und wissenschaftsfeindliche Senatspolitik zu protestieren, die die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Universitäten zerstört.

Dazu erklärt der Präsident der Freien Universität, Prof. Dr. Peter Gaehtgens: "Ich werde am 20. Mai die Verhandlungen über den Hochschulvertrag abbrechen, falls der Wissenschaftssenator aus der Senatsklausur am 19. Mai nicht ein Verhandlungsangebot mit deutlich verbesserten Konditionen mitbringt. Bliebe es bei der bisherigen Linie, wäre eine jahrelange, erfolgreiche Entwicklung der Hochschulen und ihres Finanzierungssystems, das dem Land bereits erhebliche Einsparungen ermöglichte, abrupt beendet. Die Hochschulen sind bereit, einen weiteren Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushaltes zu erbringen, aber wir werden nicht zulassen, dass dieser Senat die erfolgreichen Anstrengungen der Universitäten für steigende Qualität in Forschung und Lehre durch eine leistungsfeindliche Politik beendet, Leistungsträger aus der Stadt vertreibt und damit eines der wenigen Potentiale der Stadt für eine wirtschaftliche Gesundung zerstört. Die Mitglieder der Freien Universität und die Öffentlichkeit sind daher aufgerufen, diese Entwicklung durch öffentlichen Protest zu verhindern."