Nach dem 11. September: Perspektiven von Sozialwissenschaften und Politik

Ringvorlesung an der Freien Universität Berlin beginnt am Mittwoch, dem 31. Oktober

Nr. 272/2001 vom 24.10.2001

Gerade weil nach dem 11. September "der" Islam wieder einmal von großen Teilen der Bevölkerung als Bedrohung empfunden wird, tut es dringend not, über die Tagesaktualität hinaus nach den tieferen Ursachen von Gewalt und Terror zu fragen und dabei Zusammenhänge zwischen Religion, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen.

Deshalb veranstalten Mitarbeiter der Freien Universität in diesem Wintersemester eine Ringvorlesung, die verschiedene Aspekte der Problematik aus unterschiedlichen Positionen beleuchtet. Ziel ist es, Antworten zu durchdenken, die nicht an die Substanz demokratisch verfasster Gesellschaften gehen und die in autoritär regierten Staaten nicht zur Rechtfertigung verschärfter Repression missbraucht werden können. Die Ringvorlesung gliedert sich in drei Teile: Den ersten bildet die Ursachenanalyse, Teil zwei widmet sich den unterschiedlichen Erscheinungsformen und der dritte Teil versucht, Antworten – insbesondere auch der Politik – zu finden.

Den Auftakt bildet am Mittwoch, dem 31. Oktober Prof. Dr. Udo Steinbach vom Deutschen Orient-Institut/Hamburg mit seinem Vortrag: "Perspektiven des Dialogs der Weltkulturen nach dem 11. September".

Die Ursachen analysieren jeweils dienstags u.a. von der Freien Universität Prof. Dr. G. Krämer "Kreuzzüge und andere Heilige Kriege", Prof. Dr. F. Büttner "Fundamentalistische Bewegungen der Gegenwart" und Prof. Dr. K. Mas’ud/Leiden "The Cultural Challenge of Globalization: Muslim Fears". Die Erscheinungsformen analysieren u.a. Prof. Dr. G. Elwert/Freie Universität Berlin "Gewaltmärkte und die Evolution terroristischer Netzwerke", Prof. Dr. P. Waldmann/Uni Augsburg "Das terroristische Kalkül und seine Erfolgsaussichten" und Dr. U. Ulfkotte/FAZ "Vernetzte Gewalt unter den Vorzeichen der Globalisierung". Mögliche Antworten geben im dritten Teil Prof. Dr. Däubler-Gmelin/Bundesjustizministerin (angefragt) "Auswirkungen des Terrors auf Rechtspoltik und politische Kultur", K. Lamers/MdB, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion "Wege zu einer (etwas) besseren Welt", Prof. Dr. D. Grimm/Richter am BFG a.D./WZB Berlin "Recht gegen Terror" und Prof. Dr. L. Clausen/Uni Kiel "Wie können sich Staaten vor Katastrophen schützen?".

Ort und Zeit:

Henry-Ford-Bau der Freien Universität, Garystr. 35, Hörsaal A, 14195 Berlin-Dahlem; U-Bhf. Thielplatz, Linie 1, immer dienstags von 18.00 –20.00 Uhr außer am Mittwoch, dem 31.10. und 12.12.2001

Weitere Informationen

Amr Hamzawy oder Prof. Dr. Friedemann Büttner, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients, Ihnestr. 31, 14195 Berlin, Tel.: 030/838-56640, Fax: 838-56637, E-Mail: polvoro@zedat.fu-berlin.de