Märkte und Privateigentum in Ost- und Westeuropa

Sommerkurs des ZVGE vom 26. August bis 2. September 2001

Nr. 208/2001 vom 22.08.2001

Der Zerfall der kommunistischen Diktaturen und der Umbruch in Osteuropa hat die zentrale Planwirtschaft beseitigt und zur Herausbildung von Marktökonomien geführt. Auch in den Wirtschaftssystemen westlicher Industriestaaten hat sich im letzten Jahrzehnt unter dem Druck der Globalisierung ein schneller Wandel vollzogen.

Der diesjährige Sommerkurs des Zentrums für Vergleiche Geschichte Europas (ZVGE), das sowohl an der Freien Universität als auch der Humboldt-Universität angesiedelt ist, geht den historischen Voraussetzungen dieser Prozesse auf den Grund. Ihr Verlauf und die Etablierung unterschiedlicher Formen von Marktwirtschaft wird ebenso betrachtet die historischen Prägungen des Verhaltens der Akteure (wie z.B. Unternehmer). Auch die kulturellen Voraussetzungen der Transformationen, Vertrauensstrukturen und ihre institutionelle Grundlage wie z.B. der Schutz des Privateigentums werden beleuchtet. Die eingeladenen Teilnehmenden werden dabei ältere Theoreme wie Gerschenkrons Modell wirtschaftlicher Rückständigkeit ebenso kritisch geprüft wie die neo-klassischen Vorstellungen von Marktmechanismen oder Paradigmen der "Pfadabhängigkeit".

Unter den Vortragenden befinden sich:

  • Werner Abelshauser, Bielefeld: "Der Unternehmer in der Geschichte. Wirtschaftstheoretische Erklärungen und empirische Studien"
  • Hans-Ulrich Wehler, Bielefeld: "Marktwirtschaft und staatliche Lenkung in Europa im 19. und 20. Jahrhundert"
  • John Eidson, Leipzig: "Die Transformation der Eigentumsverhältnisse und des Arbeitsmarktes in der landwirtschaftlich-industriellen Mischregion südlich von Leipzig – eine sozialanthropologische Perspektive"
  • Hanns Siegrist: "Geistiges Eigentum im 19. und 20. Jahrhundert"
  • Lothar Funk, Trier/Birmingham: "Globalisierung, Strukturwandel und New Economy"
  • Thomas Steger, Chemnitz: "Industrielle Beziehungen in Ostmitteleuropa. Institutionen, Konfigurationen und Entwicklungen in vergleichender Perspektive"
  • Hans-Jürgen Wagener, Frankfurt/Oder: "Naturaltausch statt Geldwirtschaft oder Marktwirtschaft ohne Märkte"
  • Petra Stykow, Berlin: "Postsowjetische Unternehmer: Marktfrauen, Oligarchen – und außerdem?"
  • Michael Thomas, Berlin: "Vertrauensstrukturen in Ostdeutschland und Polen. Indidviduelle Erfahrungsbildung in regionalen Transformationskontexten"

Ort und Zeit:

Zentrum für Vergleichende Geschichte Europas, Fachbereich Geschichtswissenschaft der Freien Universität Berlin, Koserstr. 20, Raum A 336, 3. Etage, 14195 Berlin-Dahlem, U-Bhf. Podbielskiallee, Linie 1; täglich von 10.00 – 18.00 Uhr

Weitere Informationen

Dr. Arnd Bauerkämper, Zentrum für Vergleichende Geschichte Europas, Freie Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin-Dahlem; Tel.: 030 / 838-54771, Fax: 838-52840, E-Mail: baue@zedat.fu-berlin.de

Im Internet:

http://www.fu-berlin.de/zvge