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"Selektiver Proteinabbau in Zellen als Reaktion auf Umwelteinflüsse"

DFG Förderung für Forschungsschwerpunkt an der Freien Universität Berlin

Nr. 120/2001 vom 05.06.2001

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab Anfang nächsten Jahres 15 neue Schwerpunktprogramme. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und Forschungsfeldern unter einer gemeinsamen Thematik zu unterstützen. Dazu wurden aus 58 Vorschlägen die neuen Projekte ausgewählt. Sie werden mit einem Gesamtvolumen von 78 Mio. DM mitfinanziert.

Die DFG hat sich für einen von der FU vorgeschlagenen Forschungsschwerpunkt "Proteolyse in Prokaryoten" entschieden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Regine Hengge-Aronis vom Institut für Biologie am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin werden die molekularen Strukturen und Mechanismen des Proteinabbaus untersucht. Bakterien zeigen eine extreme Fähigkeit, sich an ständig wechselnde Umweltbedingungen anzupassen. Diese Adaptationsfähigkeit beruht auf einer komplexen molekularen Signalverarbeitung und Regulation, die zu starken Veränderungen der Proteinzusammensetzung der bakteriellen Zellen führt. Während bisher fast ausschließlich die Regulation der Synthese von Proteinen erforscht wurde, konzentriert sich der neue Schwerpunkt auf den selektiven Abbau, das heißt: Die kontrollierte Proteolyse von Proteinen als neues Regulationsprinzip.

Besonders wichtig sind hierbei Fragen der hochspezifischen molekularen Erkennung zwischen Proteinen, sowie der Regulation durch extrazelluläre, aus der Umwelt stammende Signale. Die methodischen Ansätze sind weitgehend interdisziplinär und reichen von der Strukturbiologie über genetische, molekularbiologische und biochemische Methoden bis hin zur aktuellen Proteomforschung. Derzeit ist eine Beteilung von achtzehn wissenschaftlichen Gruppen in ganz Deutschland und der Schweiz geplant.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Regine Hengge-Aronis, Institut für Biologie, Königin-Louise-Str. 12-16, 14195 Berlin, Tel.: 030/838 53119, Fax.: 838 53118, E-Mail: rhenggea@zedat.fu-berlin.de oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kennedyallee 40, 53 175 Bonn, Tel.: 0228/885 2250/2230, Fax.: 885 2180