Die dritte Generation von "Fellows" am Journalisten-Kolleg ist gekürt

knapp eine halbe Million Mark an Stipendien, hat die Jury zu verteilen

Nr. 67/2001 vom 05.04.2001

Für die prominentesten Journalistenpreise in Deutschland wie den Theodor-Wolff-Preis oder den Egon-Erwin-Kisch-Preis werden jährlich Preisgelder in Höhe von 65 000 bzw. 50 000 Mark ausgelobt. Ein Vielfaches dieser Summe, nämlich knapp eine halbe Million Mark an Stipendien, hat die Jury zu verteilen, die Anfang März darüber entschieden hat, wer am Journalisten-Kolleg der FU Berlin ein Fellowship erhält.

Zum dritten Mal konnten im Rahmen der Europäischen Journalisten-Fellowships (EJF) Jahresstipendien an Journalistinnen und Journalisten aus Ost- und Westeuropa sowie den USA vergeben werden. Insgesamt 15 "Fellows" wird vom Herbst an ein zweisemestriger Recherche- und Studienaufenthalt in Berlin ermöglicht. Fellowships gehen an Redakteure aus Island, Polen, Tschechien und Schweden, an Redakteurinnen aus Spanien, Weißrussland, der Slowakei, der Schweiz, aus Polen und Jugoslawien sowie an zwei freie Journalistinnen aus den USA, der Schweiz und einen freien Journalisten aus Albanien. Die einzige deutsche Teilnehmerin des dritten Jahrgangs wird eine Kultur-Redakteurin des "Spiegels" sein. Das Programm ermöglicht es den Teilnehmern, an eigenen journalistischen Projekten zu arbeiten sowie die Seminarangebote der Berliner Universitäten für ihre Weiterbildung zu nutzen.

Der Jury haben dieses Mal Gerd Appenzeller, Redaktionsdirektor beim "Tagesspiegel", Paola Motta, Politische Redakteurin der italienischen Tageszeitung "Alto Adige" und Fellow des zweiten Kollegjahres des EJF-Programms, Peter Philipps, Chefredakteur und Leiter der Journalistenschule Axel Springer, Dr. Sabine Rollberg, ARTE-Beauftragte beim WDR und Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl als Vertreter des Journalisten-Kollegs angehört.

Die Europäischen Journalisten-Fellowships sind ein Gemeinschaftsprojekt der Freien Universität Berlin sowie folgender Stiftungen und Unternehmen: Deutsches Programm für transatlantische Begegnungen, FAZIT-Stiftung (Frankfurter All-gemeine Zeitung), die Karl-Gerold-Stiftung (Frankfurter Rundschau), die Neue Zürcher Zeitung, die Stiftung Pressehaus NRZ, die Haniel-Stiftung, die Stiftung "Preußische Seehandlung" und die Stiftung "Brandenburger Tor" sowie die Siemens AG und die Volkswagen AG. Auch drei Parteistiftungen, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung, beteiligen sich.

Das Fellowship-Programm will Brücken zwischen Ost- und Westeuropa und zwischen Europa und den USA bauen. Journalisten sollen sich stärker international vernetzen, aber auch Gelegenheit zur Wissensauffrischung und –vertiefung sowie zur gründlichen Recherche wichtiger und von den Medien vernachlässigter Themen erhalten.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl, Tel.: 030/838-53315 oder Brigitte Werner, Tel.: 030/838-53969, E-Mail: ejf@kommwiss.fu-berlin.de

  • Eine Liste der Fellows, Projekte und Stiftungen kann im Institut angefordert werden.