Hans-Olaf Henkel spricht bei Immatrikulationsfeier der Freien Universität

BDI-Vizepräsident begrüßt Neuimmatrikulierte am 18. April

Nr. 64/2001 vom 03.04.2001

Der langjährige Präsident des Bundesverbandes Deutscher Industrie, Hans-Olaf Henkel, wird am 18. April als prominenter Gastredner der Immatrikulationsfeier das Sommersemester 2001 eröffnen. Henkel hält seinen Vortrag zum Thema "Freiheit oder Gleichheit". Mit der Einladung an den nunmehrigen Vizepräsidenten des BDI ist es der Freien Universität erneut gelungen, einen ebenso illustren wie streitbaren Gastredner auf das Podium zu bitten. Der Präsident der Freien Universität begrüßt mit der feierlichen Immatrikulationsfeier zum siebten Mal die rund 3000 Neuimmatrikulierten. Stellvertretend für die zwölf Fachbereiche wird jeweils ein Studierender feierlich eingeschrieben. In der Zeit von 9.00 bis 14.00 Uhr wird parallel eine Informationsmesse für die neuen Studierenden im Foyer des Henry-Ford-Baus veranstaltet.

Hans-Olaf Henkel (geb. 1940) begann – nach einer kaufmännischen Lehre zum Speditionskaufmann und einem Studium an der Hamburger Akademie für Wirtschaft und Politik – seine berufliche Laufbahn 1962 bei IBM Deutschland. Dort stieg er nach verschiedenen Linien- und Stabsfunktionen in den USA, Ostasien und Paris 1987 zum Geschäftsführer der IBM Deutschland auf, um 1993 Chef der IBM Europa, Mittlerer Osten und Afrika zu werden. Überraschend gab er zum Jahresende 1994 seinen Rücktritt bekannt. Die Mitgliederversammlung des BDI wählte ihn ab Januar 1995 zum neuen Präsidenten. Nach der dritten Amtsperiode, die Ende vergangenen Jahres endete, wurde Henkel Vizepräsident. Vor wenigen Tagen wählte die Leibniz-Gesellschaft Henkel zum neuen Präsidenten.

In der Öffentlichkeit sorgte Henkel mit seinen neoliberalen Positionen immer wieder für heftige Diskussionen. 1999 stachelte er die Debatte durch seine Forderungen nach Überprüfung der Loh-fortzahlungen im Krankheitsfalle an. Wenig später sprach er sich für eine Weltkartellbehörde und ein neues Tarifsystem aus, in dessen Rahmen der Flächentarif nur noch einen Teil der jährlichen Lohnerhöhung festlegen soll. Aus seiner Ablehnung der Ökosteuer macht Henkel ebenfalls keinen Hehl. Seine Thesen vertritt Henkel auch in seinen Büchern: "Jetzt oder nie. Ein Bündnis für Nachhaltigkeit in der Politik" (1998) und "Die Macht der Freiheit. Erinnerungen" (2000)

Der streitbare Ökonom hat sich auch zu hochschulpolitischen Fragen immer wieder geäußert. 1997 startete er gemeinsam mit dem Stifterverband der Deutschen Wissenschaft eine Hochschulinitiative, wobei sechs Hochschulen unterstützt wurden, die drei Jahre lang ein betriebswirtschaftliches Management erprobten. Wiederholt kritisierte Henkel die schulische Ausbildung in Deutschland und setzte sich für mehr Wettbewerb unter den Hochschulen ein. Henkel gilt als Befürworter von Studiengebühren und für das Auswahlrecht der Hochschulen, sich ihre Studierenden selbst wählen zu können. Seit November 2000 ist Henkel Honorarprofessor an der Universität Mannheim.

Henkel ist der siebte Gastredner der inzwischen populären Reihe. Bisher sprachen unter anderem Michel Friedmann, Robert Gernhardt und Vicco von Bülow alias "Loriot".

Die Feier findet am Mittwoch, den 18. April um 10.00 Uhr s.t. im Auditorium Maximum im Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, statt.

Weitere Informationen

  • Tel.: (030) 838-73 55052

Im Internet:

http://www.fu-berlin.de/info/immafeier