Geographen der Freien Universität Berlin ehren Wegbereiter des deutsch-kanadischen Wissenschaftsaustauschs

Ausgezeichnet werden Alfred Hecht und Richard Preston

Nr. 33/2000 vom 15.02.2000

Der Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin verleiht am Freitag, dem 18. Februar 2000, im Rahmen eines Festkolloquiums die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Alfred Hecht von der Wilfrid Laurier University Waterloo und die "Medaille der Freien Universität Berlin" an Prof. Dr. Richard Preston von der University of Waterloo, Kanada. Gleichzeitig verleiht die FU Berlin drei Preise an kanadische Studierende, die in einem Wettbewerb über das Thema "Berlin and Germany: Recent Urban and Economic Developments" als Sieger hervorgegangen sind. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr und endet um 16.00 Uhr; Veranstaltungsort ist der Hörsaal des Instituts für Geographische Wissenschaften, 2. Stock, Haus G, Malteserstr. 74-100, Berlin - Lankwitz.

Prof. Hecht zählt international zu den führenden Regionalwissenschaftlern. Er setzt sich in seinen Arbeiten regional-komparativ mit Fragen regionaler Disparitäten, des Multikulturalismus, der Wahrnehmung von raumzeitlichen Prozessen und mit Prozessen ökonomischer Restrukturierung sowie mit Auswirkungen von Wirtschaft, Infrastruktur und räumlicher Organisation auf Stadtentwicklung auseinander. In diesem Zusammenhang hat sich Prof. Hecht mit der Planung von Einkaufszentren in ihrer Rolle, einen polyzentrischen, urbanen Raum neu zu konzentrieren, beschäftigt. In einem weiteren interdisziplinären Projekt untersuchte Prof. Hecht die Wahrnehmung von Entwicklungen in Deutschland durch die Medien in Kanada. Solche Untersuchungen haben unter anderem in der Planung große Wirkung, zumal ein hoher Anteil der Bevölkerung mehr nach bewerteten Vorstellungen von der Wirkung von Aktivitäten und weniger nach absoluten Kriterien der Realität handelt. Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde werden Prof. Hechts herausragende Leistungen als Forscher und akademischer Lehrer auf den Gebieten der Anthropogeographie, speziell der Regionalwissenschaften, Stadtforschung und Sozialgeographie, und seine Verdienste als Wegbereiter einer engen Forschungskooperation zwischen Kanada und Deutschland ausgezeichnet.

Prof. Dr. Richard Preston hat durch seine Arbeiten zur "Theorie der Zentralen Orte", deren Verständnis und Nutzanwendung höchste internationale Anerkennung erworben. In der Theorie der Zentralen Orte werden die wesentlichen Komponenten einer ökonomisch optimalen räumlichen Organisation von Siedlungen und Städten zusammengefasst. Die Optimierung erfolgt dynamisch hinsichtlich Versorgung von Bevölkerung, Brauchbarkeit von Standorten, administrativer Organisation und vor allem im Zusammenspiel aller dieser drei Anforderungen. Diese Erkenntnisse sind Grundlagen von Stadtplanung und Management von Städtesystemen. Mit der Verleihung der Medaille der FU Berlin werden Prof. Prestons Leistungen auf dem Gebiet der Anthropogeographie, seine Verdienste um die Forschungskooperation zwischen Kanada und Deutschland und sein Engagement für den Studieren-denaustausch zwischen den Geographie-Instituten der Universitäten in Waterloo und Berlin gewürdigt.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Gerhard Braun, Vizepräsident der FU Berlin, Tel.: 838-73140 und Tel.: 7792-201 (Institut für Geographische Wissenschaften)