Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Workshop zur Lohnkonkurrenz im Baugewerbe vom 20. bis 21. Januar 2000

Nr. 6/2000 vom 13.01.2000

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist der programmatische Titel eines Workshops, der am 20. und 21. Januar 2000 unter organisatorischer Leitung der Kooperationsstelle FU-DGB im DGB-Haus, Keithstraße 1-3, Berlin-Schöneberg, stattfindet. Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft diskutieren dort jeweils von 9.00 bis 16.30 Uhr über Lohnkonkurrenz im Baugewerbe. Unter den Teilnehmern dieser Veranstaltung wird auch der Bundesvorsitzende der IG Bau, Klaus Wiesehügel, sein.

Mit dem Debakel um den Holzmann-Konzern, dessen drohende Insolvenz wochenlang die Schlagzeilen der Medien beherrschte und erst in letzter Minute durch politische Intervention abgewendet werden konnte, offenbarte sich deutlicher als jemals zuvor die tiefgreifende Strukturkrise der Bauindustrie. Missmanagement im Einzelfall und mangelnde Produktivität sind für den zunehmenden Verlust von Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche ebenso ursächlich wie das Lohngefälle in der Europäischen Union. Die angespannte Situation zwischen den Arbeitnehmern unterschiedlicher Nationalitäten auf deutschen Baustellen droht zu eskalieren, wenn die Unternehmen weiterhin das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" wegen des internationalen Wettbewerbsdrucks mißachten. Die Auseinandersetzungen während der Hauptbauphase auf dem Potsdamer Platz in Berlin könnten die Vorboten dieser Konflikte sein. Gewerkschaften, Unternehmen und Politik stehen gemeinsam in der Verantwortung, den soziale Frieden auch ohne protektionistische Maßnahmen zu sichern. Befriedigende Lösungen, Lohngleichheit zu erreichen und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, sind nicht in kurzer Zeit zu erwarten; um so wichtiger ist es, im gewerkschaftlichen und fachlichen Gespräch zu bleiben. Diese Veranstaltung will dazu einen Beitrag leisten.

Weitere Informationen und das vollständige Programm:

Dr. Irmtraud Schlosser, Kooperationsstelle FU-DGB, Tel. 030 / 822 92 32 (Informationen) und 822 08 11 (Programm u. Anmeldung), eMail: pepe5@zedat.fu-berlin.de