Institut für Evangelische Theologie erhält den Namen "Helmut Gollwitzer Haus"

Feierliche Benennung am 15. Januar 1999

Nr. 1/1999 vom 04.01.1999

Das Gebäude des Instituts für Evangelische Theologie der Freien Universität Berlin, Ihnestr. 56, wird künftig den Namen "Helmut Gollwitzer Haus" tragen. Prof. Gollwitzer wäre am 29. Dezember vorigen Jahres 90 Jahre alt geworden. Die feierliche Benennung findet am 15. Januar 1999, 15.00 Uhr, durch die Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Christine Keitel-Kreidt, und den Geschäftsführen-den Direktor des Instituts, Prof. Dr. Michael Weinrich, statt. Um 16.00 Uhr c.t. spricht Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Marquardt (Freie Universität Berlin) im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Dahlem über "Helmut Gollwitzer: Pfarrer der Bekennenden Kirche und Professor der Theologie".

Helmut Gollwitzer hat von 1957 bis 1975 als Professor an der Freien Universität Berlin Berlin gelehrt. Er gehörte in Deutschland zu den bekanntesten und profiliertesten Theologen des 20. Jahrhunderts. Gollwitzer war zur Zeit des Nationalsozialismus im kirchlichen Widerstand engagiert und zeichnete sich zeitlebens durch kritisches Engagement vor allem im kirchlichen und gesell-schaftspolitischen Bereich aus. Besonders deutlich äußerte er sich im Zusammenhang mit der Studentenbewegung, aber auch im Kontext der kontroversen Diskussionen um die Aktivitäten der sogenannten Roten Armee Fraktion, wo sich Gollwitzer sowohl als kritischer Zeitgenosse, aber auch als Seelsorger zu Wort meldete. Auf Kirchentagen und in der Friedensbewegung war Gollwitzer eine profilbildende Stimme. Seine Theologie suchte immer wieder den Austausch auch mit kritischen Zeitgenossen, die der Theologie skeptisch gegenüber standen. Dies hat dem Institut für Evangelische Theologie an der Freien Universität Berlin bis heute sein spezifisches Profil gegeben. Zusammen mit Heinrich Albertz und Kurt Scharf zählt er zu den führenden bekennenden Theologen, welche durch Wort und Tat bezeugten, daß die Freiheit des Christen in einem unverbrüchlichen Zusammenhang mit einer besonderen gesellschaftlichen und d.h. auch politischen Verantwortung steht. Nicht zuletzt bleibt hervorzuheben, daß Helmut Gollwitzer zu den Wegbereitern des christlich-jüdischen Dialogs gehört, der seine Wurzeln zu Beginn der 60er Jahre hat.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Michael Weinrich, Tel.: (030) 838 3669