Dr. Rebecca Mak (HONORS 2011-12)

Rebecca Mak

Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

Rebecca Mak was born in 1980 in Bad Waldsee, Baden-Württemberg. After the completion of her formal education, she took up Japanese Studies at the Ludwig Maximilians University Munich. After having studied at Kyoto University for one year, she came to the Freie Universität Berlin. Here she completed her degree in Japanese studies, ethnology and religious studies in 2008. From 2008 till 2011 Rebecca Mak was enrolled at Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies, writing a PhD on the Japanese author Mishima Yukio.

As a DRS Honors Fellow, Rebecca Mak prepared a post-doc project on the Japanese bundan. In June 2012 she has been awarded a Margarete von Wrangell Fellowship for women scientists. Rebecca Mak is currently completing her postdoctoral Habilitation at the Institute of Japanese Studies at Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

 

Aktuelles Forschungsprojekt

Keine japanische Literaturgeschichte kommt ohne einen Verweis auf bundan文壇 (wrtl. ‚literarische Bühne’) aus. In einschlägigen Lexika variieren die Erläuterungen des Begriffs zwischen der allumfassenden Zuschreibung, bundan sei die ‚literarische Welt, Autoren, Leser und Kritiker’, und der engeren Definition, es handle sich um die „seklusionistische Literatenwelt, die sich aus einzelnen, zumeist rivalisierenden Gruppen von Dichtern, Schriftstellern und Kritikern zusammensetzt“. Der enger gefasste bundan-Begriff bezeichnet einen weitgehend aus Männern bestehenden Kreis des frühen 20. Jahrhunderts, welcher die maßgebliche ‚Institution’ der Konstruktion und Definition von Literatur darstellte und die Kanonisierung der japanischen Literatur lenkte. Ungeachtet seines Einflusses auf den Literaturbetrieb liegen die internen Strukturen des bundan – der im Gegensatz zu Vereinigungen wie etwa dem P.E.N.-Club formal nicht existiert – noch immer im Dunkeln.

In diesem Forschungsvorhaben soll das Phänomen bundan, dessen Wirkungsweisen und seine Bedeutung für den japanischen Literaturbetrieb beleuchtet werden. Ziel ist, den bundan als machtpolitische ‚Institution’, welche die Rezeption, Distribution und Kanonisierung der japanischen Literatur entscheidend beeinflusste, systematisch zu untersuchen. Ausgangspunkt dafür ist eine kritische Definition des bundan in seinem historischen Kontext. Auf Grundlage dessen wird in einem zweiten Teil geprüft, wie sich der bundan nach dem Krieg verändert hat und ob dessen Einfluss noch heute ungebrochen ist. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt dabei einerseits auf der Bedeutung des bundan für die Kanonbildung und andererseits auf der Rolle der Frauen innerhalb des vornehmlich männlich dominierten Zirkels.

Publications


(in print) 2012: „Mishima Yukios Erzählung Eirei no koe als modernes Nō-Theater“ In: Sammelband der Sektion ‚Literatur’ des 14. Deutschsprachigen Japanologentages in Halle, 2009


10/2010:    „Mishima Yukio no ‚Eirei no koe’ – gendai nōgaku to shite”. In: Hijiya-Kirschenereit, Irmela (Hg.) Mishima! Mishima Yukio no chiteki rūtsu to kokusaiteku inpakuto. Kyōto: Shōwadō, pp. 213–228.


09/2010: „Eirei no koe als Nō-Theater – Die intermediale Dualstruktur der Prosaerzählung ‚Die Stimmen der toten Helden’“. In: Hijiya-Kirschnereit, Irmela und Gerhard Bierwirth (Hg.). Yukio Mishima. Poesie, Performanz und Politik. München: Iudicium, pp. 76–148.


4/2008: “Japanese Mythology”.
In: National Geographic Society (Hg.). National Geographic Essential Visual History of World Mythology. Washington, D.C.: National Geographic, pp. 346–373.

 

Translations


09/2010: „Die Stimmen der toten Helden. [Eirei no koe] Übersetzung“. In: Hijiya-Kirschnereit, Irmela und Gerhard Bierwirth (Hg.). Yukio Mishima. Poesie, Performanz und Politik. München: Iudicium, pp. 223–267.