Über die Musik zueinander gefunden

Lixue Lin und Benjamin Siedler haben sich im Kammerchor des Collegium Musicum kennengelernt / Konzerte der Chöre und des Orchesters am 3., 5. und 7. Februar in der Philharmonie

01.02.2016

Lixue Lin und Benjamin Siedler haben sich im Kammerchor des Collegium Musicum kennengelernt.
Lixue Lin und Benjamin Siedler haben sich im Kammerchor des Collegium Musicum kennengelernt. Bildquelle: Manuel Krane

Seit ihrer Kindheit hat Lixue Lin fast ohne Unterbrechung in Chören gesungen – und das wollte sie auch in Berlin wieder tun. Die Chinesin kam 2011 nach Deutschland, um an der Freien Universität im Master Umwelt- und Energiepolitik zu studieren. Zuvor hatte sie an der Renmin Universität in Peking ihren Bachelor in Chemie und Politikwissenschaft gemacht. Ihr Vorsingen im Kammerchor des Collegium Musicum verlief erfolgreich, gleich anschließend begann ihre erste Probe. In der Pause lud Chorkollege Benjamin Siedler sie zum Stammtisch des Chores ein.

„Das mache ich bei allen neuen Chormitgliedern“, sagt der Mathematikstudent. „Ich habe es aber so verstanden, dass er mich ganz persönlich einladen wollte“, sagt Lin und lacht. In den darauffolgenden Wochen sehen sie sich erstmal nur zu Proben und Stammtischen. Dann steht eine Fahrt nach Bulgarien an, der Kammerchor nimmt an einem Festival in Pomorie teil. Auf der Fahrt kommen sich Lin und Siedler näher, ein paar Wochen später sind sie ein Paar.

Schon als Kinder im Chor

Chormusik hat im Leben von Lixue Lin und Benjamin Siedler schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Siedler hat seit frühester Kindheit in verschiedenen Kinder- und später Kirchenchören in Cloppenburg gesungen, wo er aufgewachsen ist. Lin hat in ihrer südchinesischen Heimatstadt Guangzhou im „Guangdong Experimental Middle School Choir“ gesungen. Der Chor ist in China landesweit bekannt, schon als Schülerin reiste sie zu Wettbewerben auf der ganzen Welt. Ihre erste Reise führte sie dabei nach Deutschland.

Während ihres Bachelorstudiums in Peking hat Lin in Studentenchören gesungen. Doch das dortige Programm war weder international noch ausreichend anspruchsvoll und entsprach nicht ihrem Geschmack. Erst in Deutschland fand sie mit dem Kammerchor des Collegium Musicum von Freier und Technischer Universität wieder einen Chor, der ihre musikalischen Ansprüche befriedigt.

Drei Konzerte noch in dieser Woche

Das Collegium Musicum ist 1954 entstanden, als sich die bis dahin eigenständigen Chor- und Orchestergruppen von Technischer und Freier Universität zusammengeschlossen haben. Seit 2011 leitet Donka Miteva das Collegium Musicum; die Bigband dirigiert Dietrich Koch. In dieser Woche stehen die Semesterabschlusskonzerte an. Der Große Chor und das Orchester spielen am Mittwoch, 3. Februar, im Großen Saal der Philharmonie die Ouvertüre aus Tschaikowskis „Romeo und Julia“ sowie Ralph Vaughan Williams „A sea sinfony“. Beim Kleinen Sinfonischen Orchester stehen am Freitag, 5. Februar, in der Kreuzberger Heilig-Kreuz-Kirche am Blücherplatz das Klavierkonzert von Edvard Grieg und die 7. Sinfonie („Die Unvollendete“) von Franz Schubert auf dem Programm. Der Kammerchor tritt am Sonntag, 7. Februar im Kammermusiksaal der Philharmonie unter anderem mit Werken von Schein, Carissimi, Monteverdi, Rachmaninow, Gjeilo, Pamintuan und Kedrov auf.

Darauf freuen sich Lin und Siedler ganz besonders. „Wir singen diesmal viele moderne Sachen und haben insgesamt ein sehr breites Spektrum“, sagt Siedler, „es wird spannend, das Endergebnis zu hören.“ Das Konzert ist für Lin und Siedler aber nicht nur wegen des musikalischen Programms etwas ganz Besonders. Schließlich haben sie sich im Kammerchor kennengelernt. Seit fast vier Jahren sind die beiden ein Paar – und unterdessen auch verlobt.

Weitere Informationen

Konzerte des Collegium Musicum in diesem Semester:

Mittwoch, 3. Februar, Philharmonie (Großer Saal) – Großer Chor und Sinfonieorchester

Freitag, 5. Februar, Heilig-Kreuz-Kirche am Blücherplatz – Kleines Sinfonieorchester

Sonntag, 7. Februar, Philharmonie (Kammermusiksaal) – Kammerchor