Freie Universität Berlin


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Über den großen Teich und zurück

Andrea Adam Moore hat acht Jahre lang das New Yorker Verbindungsbüro der Freien Universität geleitet – ihre neue Tätigkeit führt sie nun zurück nach Berlin

07.12.2015

Zehn Jahre lang lebte und arbeitete Andrea Adam Moore in New York City. Nun wechselt sie von einer Weltstadt in die andere.
Zehn Jahre lang lebte und arbeitete Andrea Adam Moore in New York City. Nun wechselt sie von einer Weltstadt in die andere. Bildquelle: Andrea Adam Moore
Der Freien Universität bleibt Andrea Adam Moore weiterhin verbunden: Ihre neue Arbeitgeberin, die Indiana University, unterhält seit Jahren eine enge Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin.
Der Freien Universität bleibt Andrea Adam Moore weiterhin verbunden: Ihre neue Arbeitgeberin, die Indiana University, unterhält seit Jahren eine enge Partnerschaft mit der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Eigentlich hatte Andrea Adam Moore nicht erwartet, dass sie zehn Jahre lang in den USA leben würde. Zunächst schien das Job-Angebot der Humboldt-Universität zu Berlin nur eine einmalige Chance, den Traum vom Leben im Big Apple wahr zu machen. Ohne zu zögern, nahm sie das Angebot an und leitete zwei Jahre lang die akademische Repräsentanz der Humboldt-Universität in New York. „Dann lernte ich meinen heutigen Mann kennen“, sagt Andrea Adam Moore, „und glücklicherweise wurde genau zu dieser Zeit eine Leitung für das gemeinsame Verbindungsbüro der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Freien Universität Berlin gesucht.“ Das Glück blieb auf ihrer Seite: Sie bekam die Stelle, und so wurden aus zwei Jahren zehn.

Als Andrea Adam Moore 2007 die Leitung des New Yorker Verbindungsbüros übernahm, hatte sich die Freie Universität gerade in der ersten Runde der Exzellenzinitiative durchgesetzt – mit dem Konzept „Internationale Netzwerkuniversität“, das unter anderem die weltweite Vernetzung durch Verbindungsbüros vorsah. „Es war aufregend zu wissen, dass es in Zukunft weitere Außenbüros der Freien Universität geben würde“, sagt Andrea Adam Moore, „und dass ich ein Teil davon sein würde.“

Enge Zusammenarbeit zwischen New York und Berlin

Wenn sie an ihre Anfangszeit im New Yorker Verbindungsbüro denke und sie mit der Situation heute vergleiche, habe sich vieles geändert, sagt Andrea Adam Moore. „Anfangs war die Arbeit stark geprägt von der Studierendenmobilität“, sagt sie, „also den Austauschprogrammen mit den Partneruniversitäten.“ Mit dem Aufbau des Center for International Cooperation (CIC) an der Freien Universität seien die thematische Zusammenarbeit und der Kontakt mit den Dahlemer Kollegen noch enger geworden. „Wir haben uns häufig ausgetauscht. Und es gab klare Zielsetzungen.“ Das sei zwar einerseits eine Herausforderung gewesen, weil es natürlich Erwartungen gegeben habe; auf der anderen Seite habe ihr die neue Struktur aber auch sehr gute Orientierung gegeben. „Wir konnten viel voneinander lernen“, sagt Andrea Adam Moore. „Die jährlichen Verbindungsleiter-Treffen in Berlin empfand ich immer als sehr nützlich.“

Auch auf New Yorker Seite habe sich in den acht Jahren, in denen sie das Büro geleitet hat, vieles getan, sagt Andrea Adam Moore. Inzwischen ist das Verbindungsbüro hervorragend angebunden an andere internationale Wissenschaftseinrichtungen vor Ort, etwa Außenbüros anderer Universitäten, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (German Center für Research and Innovation, kurz: GCRI). „Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Team des GCRI war sehr hilfreich“, sagt Andrea Adam Moore, „zum Beispiel in Bezug auf Veranstaltungsorganisation und den Austausch von Informationen und Kontakten.“

Nach zwei Jahren endlich ankommen und sesshaft werden

Auch die Stadt habe sich in den vergangenen zehn Jahren verändert, sagt Andrea Adam Moore. „Sie ist grüner geworden!“ Entlang Manhattans Flüssen wurden Parks angelegt, es gebe nun viele Möglichkeiten zum Fahrradfahren, Spazierengehen, Laufen. „Ich habe etwa zwei Jahre gebraucht, um wirklich in New York anzukommen“, sagt die gebürtige Berlinerin. Mit der Stelle als Leiterin des Verbindungsbüros kam auch die Gewissheit, dass sie länger in New York leben würde.

„Ich habe mich dann ganz anders auf die Stadt eingelassen, engere Freundschaften aufgebaut und schließlich eine Familie gegründet.“ Ihr Mann ist Amerikaner, der gemeinsame Sohn knapp zwei Jahre alt. Die Zukunft ihrer Familie sei ein Grund gewesen, weshalb sie nach Deutschland habe zurückkommen wollen, sagt Andrea Adam Moore. Vieles sei in ihrer Heimat einfacher und günstiger, etwa die Kinderbetreuung. Dennoch wird sie wehmütig, als sie von den letzten Wochen in New York erzählt. „Es war eine tolle Zeit. Ich habe sehr gerne mit all den US-amerikanischen und kanadischen Universitäten zusammengearbeitet. Ich bin gern gereist, habe viele Universitäten kennengelernt“, sagt sie. Die letzten drei, vier Wochen in New York seien vor dem Hintergrund des bevorstehenden Abschieds sehr traurig gewesen.

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Neue Herausforderung als Außenstellenleiterin der Indiana University

Doch jetzt ist sie voller Erwartungen und Tatendrang: Anfang November trat Andrea Adam Moore ihre neue Stelle als Resident Director des sogenannten Europe Gateway Office der Indiana University an – und wechselt damit gewissermaßen die Seiten: Die Indiana University ist eine der ältesten Partneruniversitäten der Freien Universität Berlin. „Die Zusammenarbeit wollen wir weiter ausbauen, etwa indem wir Forschungskooperationen von Wissenschaftlern auf beiden Seiten fördern. Ich könnte mir auch einen Wissenschaftleraustausch vorstellen und eine Veranstaltungsreihe, zu der wir Experten von beiden Universitäten einladen.“

Die neue Arbeit überschneidet sich mit ihrer vorherigen in vielen Punkten. „Als ich im Sommer die Stellenausschreibung gelesen habe, dachte ich, da steht mein Name drauf“, sagt sie. Ihr Kopf sei voller Ideen und sie freue sich auf die Herausforderungen, auch wenn die 38-Jährige ihr „traumhaftes Büro“ mit dem großen Panoramafenster und Blick auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vermissen werde.

Als Leiterin des Europa-Büros der Indiana University unterstützt sie die Aktivitäten der Universität in Deutschland und Europa. Unterstützt wird Andrea Adam Moore von einer Kollegin und einem Kollegen in Bloomington, Indiana: Die Juraprofessorin Hannah Buxbaum ist Academic Director des Büros und für die Anbindung und den Kontakt zu Partnern und Mitarbeitern vor Ort zuständig. Alexander Batten koordiniert die Gateway Offices der Indiana University und kümmert sich um alle administrativen Abläufe.

Von einer Weltstadt zur nächsten

Hin und wieder wird Andrea Adam Moore also auch beruflich in die USA reisen müssen – für sie eine reizvolle Aussicht. „Das südliche Indiana ist wirklich schön, und die Universität hat einen sehr, sehr guten Ruf“, sagt sie. Besonders für eine öffentliche Universität sei dies nicht selbstverständlich. Als Volluniversität bietet die Indiana University ein breites Fächerspektrum an – von Medizin und Jura über künstlerische Disziplinen bis hin zu Global Studies.

Zunächst einmal wollen Andrea Adam Moore und ihre Familie jedoch in Berlin Fuß fassen. Nach zehn Jahren hat sich auch in der deutschen Hauptstadt vieles geändert. „Berlin ist weltstädtischer geworden“, stellt Andrea Adam Moore fest, „und bunter.“

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Weitere Informationen

Sieben Verbindungsbüros geben der Freien Universität Berlin im Ausland ein Gesicht: Sie liegen in São Paulo, Kairo, Neu Delhi, Peking, Moskau, Brüssel – und natürlich in New York City. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Büros unterstützen die Wissenschaftler beim Anbahnen neuer Forschungskooperationen, informieren über Studien- und Promotionsprogramme, helfen bei der Organisation internationaler Tagungen und dabei, erfolgreiche Nachwuchswissenschaftler anzuwerben sowie ehemalige Studierende der Freien Universität in ihrem Heimatland zu vernetzen.