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Der musizierende Nobelpreisträger

Der Physikochemiker Gerhard Ertl gibt am Freitag, 10. Oktober, ein Klavierkonzert in der TU Berlin

09.10.2014

Seit seiner Kindheit spielt Gerhard Ertl Klavier. Die Musik ist für den Nobelpreisträger der Chemie von 2007 ein Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit.
Seit seiner Kindheit spielt Gerhard Ertl Klavier. Die Musik ist für den Nobelpreisträger der Chemie von 2007 ein Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit. Bildquelle: Annika Middeldorf

Gerhard Ertl, Honorarprofessor der Freien Universität und Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 2007, liebt seit seiner Kindheit klassische Musik. An diesem Freitag, 10. Oktober 2014, wird Ertl selbst am Flügel sitzen: Im Rahmen des Exzellenzclusters „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat), an dem auch die Freie Universität beteiligt ist, lädt die Technische Universität Berlin zum Klavierkonzert für und mit Gerhard Ertl.

Max Planck wollte als junger Mann sein ganzes Leben mit ihr verbringen, Albert Einstein konnte nicht ohne sie, und Werner Heisenberg liebte ihre mathematische Schönheit: Schon mancher Nobelpreisträger war der Musik verfallen.

Auch für Gerhard Ertl, der 2007 mit dem Chemie-Nobelpreis für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Katalyse geehrt wurde, ist die Musik lebenslange Begleiterin. Als junger Mann hat er sein Studium mit dem Musizieren finanziert: „Mit meinem Bruder habe ich auf Betriebsfesten oder Hochzeiten Tanzmusik gespielt“, sagt Ertl, der nur wenige Jahre Klavierunterricht nahm und sich selbst als musikalischen Autodidakten sieht.

Mozart statt Tanzmusik

Nicht Tanzmusik, sondern Mozart wird der Physikochemiker und Honorarprofessor der Freien Universität im Audimax der Technischen Universität zum Besten geben. Unter dem Motto „Musik trifft Wissenschaft – Wissenschaft trifft Musik“ musiziert er mit der Neuen Preußischen Philharmonie und dem Berliner Oratorienchor unter der Leitung von Thomas Hennig von der Universität der Künste. Auf dem Programm stehen Mozarts Offertorium „Misericordias Domini“, die Jupiter-Sinfonie sowie das 7. Klavierkonzert. Mozart komponierte dieses Konzert für drei Klaviere im Jahr 1776 in Salzburg. Den dritten Klavierpart wird Gerhard Ertl spielen.

Das Konzert geht auf die gemeinsame Initiative der Technischen Universität, der Universität der Künste, des Sonderforschungsbereichs 910 und des Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) zurück. Die Freie Universität ist Teil des interdisziplinären Forschungsverbunds, bei dem rund 240 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Gebieten der Chemie, Physik, Biologie und den Ingenieurswissenschaften zum Thema Katalysatoren zusammenarbeiten.

Kunst und Wissenschaft

Unter dem Dach des Exzellenzclusters wird Ertls Arbeit fortgeführt. 2007 wurde der Physiker und Oberflächenchemiker mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Arbeiten ermöglichten es unter anderem, die Zerstörung der Ozonschicht besser zu verstehen. Auch darüber, wie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen und Brennstoffzellen funktionieren und warum Eisen Rost ansetzt, geben Ertls Arbeit Auskunft.

„Musik ist ein Medium, das einen gelassener auf die Dinge blicken lässt“, sagt Matthias Drieß, Sprecher des Exzellenzclusters UniCat. Beim Musikhören oder Musizieren finde der Geist neue Anregung, die nicht selten wieder in die Forschung einfließe. „Kunst und Wissenschaft gehören zusammen“, sagt auch Eckehard Schöll vom Sonderforschungsbereich 910, der maßgeblich an der Organisation des Konzerts beteiligt war.

Ertl selbst sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen der wissenschaftlichen Arbeit und dem Musizieren: „Zum handwerklichen Können braucht es für beides Phantasie und ein gewisses Talent.“ Dass das Konzert am 10. Oktober stattfindet, ist kein Zufall: Es ist nicht nur Ertls 78. Geburtstag, sondern auch der Jahrestag seiner Ehrung durch das Nobelkomitee – auf den Tag genau sieben Jahre ist es dann her, dass Ertl mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Weitere Informationen

„Wissenschaft trifft Musik – Musik trifft Wissenschaft“ – Ein musikalisches Highlight für und mit Gerhard Ertl, Nobelpreisträger der Chemie

Zeit und Ort

  • Freitag, 10. Oktober 2014, 20 Uhr
  • TU Berlin Audimax (H 0105) im Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Wegen der großen Nachfrage gibt es für das Konzert leider keine Karten mehr. Ein Mitschnitt des Konzerts soll gegen Ende des Jahres auf der Internetseite von UniCat  zu sehen sein; eine DVD soll es ebenfalls geben.