Freie Universität Berlin


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Eine Ausbildung, die elektrisiert

Frank Netzer leitet seit zehn Jahren die Ausbildung zum Elektrotechniker in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik an der Freien Universität

06.01.2014

Wärme, Licht und Wasser: Frank Netzer in einer der Werkstätten in Lankwitz, in der die Grundausbildung zum Elektrotechniker stattfindet.
Wärme, Licht und Wasser: Frank Netzer in einer der Werkstätten in Lankwitz, in der die Grundausbildung zum Elektrotechniker stattfindet. Bildquelle: Annika Middeldorf

Ohne sie wäre die Freie Universität im Winter ein kalter, dunkler Ort. Wenn die Temperaturen sinken und es schon am Nachmittag stockfinster ist, möchte niemand auf die Leistung der Elektrotechniker verzichten: Sie sorgen für warme Veranstaltungsräume, für Licht auf dem Gehweg und Wasser auch in den Obergeschossen, wo es ohne funktionierende Pumpen kein Wasser gäbe. „Dahinter steckt Technik, die betreut und gepflegt werden muss“, erklärt Frank Netzer, leitender Ausbilder zum Elektrotechniker am Standort Lankwitz.

Dreieinhalb Jahre dauert die duale Ausbildung zum Elektrotechniker oder zur Elektrotechnikerin. Einmal pro Woche besuchen die acht Auszubildenden des aktuellen Jahrgangs das Oberstufenzentrum Elektrotechnik in Lichtenberg. Die dort gelehrte Theorie wird berufsschulbegleitend in Frank Netzers Unterricht an der Freien Universität aufgegriffen und praktisch vertieft: Wie wird eine elektrische Anlage geplant, wie werden Messungen durchgeführt oder eine Installationsschaltung angelegt?

„Wir bilden auch für den Eigenbedarf aus“, erklärt der 54-Jährige, der in seinen nunmehr zehn Jahren als Ausbilder mehrere Dutzend Lehrlinge auf das Berufsleben vorbereitet hat. Der Kontakt zu seinen Schützlingen bricht auch nach der Ausbildung nicht ab: „Viele ehemalige Auszubildende melden sich bei mir und berichten von ihrem Werdegang."

Ausbilder mit offenem Ohr

Enrico Ortlieb ist einer von ihnen. Im Januar 2013 hat er seine Ausbildung an der Freien Universität abgeschlossen – und ist in Dahlem geblieben: Heute arbeitet er als Betriebshandwerker an der Hochschule. Gerne erinnert er sich an seine Lehrlingszeit: „Herr Netzer ist ein sehr engagierter Ausbilder. Er hatte stets ein offenes Ohr für unsere großen und kleinen Anliegen“, sagt Ortlieb. Während seiner Ausbildungszeit hat der 21-Jährige ein Praktikum in einem mittelständischen Unternehmen in Oslo absolviert und dort bei der Elektroinstallation in Wohnungsneubauten mitgearbeitet. „Das ist eine tolle Erfahrung für junge Menschen“, sagt Frank Netzer, der Auslandspraktika ausdrücklich unterstützt.

Auf dem Stand der Technik bleiben

Vor 25 Jahren trat der gelernte Elektroinstallateur Frank Netzer seine erste Stelle als Regelelektriker an der Freien Universität auf dem Campus Dahlem an. Seine Meisterschule absolvierte der Berliner in Abendlehrgängen und bildete sich mit sogenannten Elektronikpässen weiter.

Auch heute hält er seine Lehrlinge immer wieder an, auf dem neuesten Stand zu bleiben: „Bei der rasanten Entwicklung in der Elektrotechnik muss man schauen, dass man nicht hinterherläuft, sondern mitläuft.“

Mitmachen beim Festival of Lights

Technisches Verständnis und Sorgfalt zählen für Netzer zu den wichtigen Qualitäten, die ein Bewerber für eine Ausbildung zum Elektrotechniker oder zur Elektrotechnikerin mitbringen sollte. Ab und an böten sich ganz besondere Gelegenheiten, das eigene Können unter Beweis zu stellen. 2011 etwa beim Berliner Festival of Lights: „Wir wurden damals von der Elektroinnung gefragt, ob wir nicht mitmachen wollen. Wir haben die Veranstaltung dann sozusagen mit Lehrlingen gesponsert“, erinnert sich Netzer. Von der Kreuzberger Oberbaumbrücke bis hin zum Brandenburger Tor haben Netzers Auszubildende damals mitgeholfen, das gesamte Stadtgebiet zu illuminieren. „Eine riesengroße Installation und alles provisorisch. Das war für die Lehrlinge natürlich auch ein Erlebnis.“

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Die Freie Universität bildet aus

Die Freie Universität Berlin bildet nicht nur Studierende in vielen wissenschaftlichen Fächern aus, sondern bietet auch Berufsausbildungen an. Die Auszubildenden werden im dualen System ausgebildet, das heißt, dass sie zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule wechseln. Rund 40 Ausbildungsplätze stehen pro Jahr zur Verfügung.