Freie Universität Berlin


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„Gemeinschaft von Kompetenzen“

25- und 40-jährige Dienstjubiläen gewürdigt / Petra Grasse vom Institut für Meteorologie ist eine der Jubilarinnen

21.06.2013

Petra Grasse feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum am Institut für Meteorologie der Freien Universität
Petra Grasse feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum am Institut für Meteorologie der Freien Universität Bildquelle: Marina Kosmalla
Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Universität aus zehn verschiedenen Bereichen wurden für 25 bzw. 40 Dienstjahre gewürdigt
Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Universität aus zehn verschiedenen Bereichen wurden für 25 bzw. 40 Dienstjahre gewürdigt Bildquelle: Verena Blindow

Die Freie Universität könne nur so stark sein, weil sie „eine Gemeinschaft von Kompetenzen“ sei. So würdigte Universitätspräsident Peter-André Alt im Rahmen einer Feierstunde die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit 25 beziehungsweise 40 Jahren an der Freien Universität beschäftigt sind. Eine der Jubilarinnen ist Petra Grasse vom Institut für Meteorologie der Freien Universität.

„Obwohl ich seit 40 Jahren in derselben Arbeitsstelle tätig bin, wird es nie langweilig“, sagt Petra Grasse. Im April 1973 fing die Berlinerin die zweijährige Ausbildung zur Wetterdienstfachangestellten am Meteorologischen Institut der Freien Universität an. Seitdem ist sie im operationellen Wetterdienstbereich des Instituts tätig, mittlerweile in der AG MIKS. „Ich habe mir immer neue Herausforderungen gesucht und erhalte glücklicherweise auch die Möglichkeit, verschiedene Projekte zu machen, die stets neue Aspekte mit sich bringen.“

Vorreiterin in verschiedenen Bereichen

Zu Grasses Anfangszeit war das Meteorologische Institut noch der offizielle Berliner Wetterdienst und leistete den sogenannten Wirtschaftswetterdienst für die Region; Wetterkarten wurden noch per Hand gezeichnet und es gab einen telefonischen Ansagedienst. Petra Grasse und ihre Kollegin Angelika Binding ließen als erstes Frauenteam regelmäßig die Wetterballons auf dem Flughafen Tempelhof aufsteigen.

„Obwohl meine Arbeit sehr abwechslungsreich und vielseitig war, habe ich nach einiger Zeit nach einer neuen Herausforderung gesucht und angefangen, mich fürs Programmieren zu interessieren“, sagt Grasse. Die heute 56-Jährige bildete sich zur Anwendungsprogrammiererin weiter und trat 1984 der neu gegründeten „Arbeitsgemeinschaft zur Anbindung des elektronischen Datenverkehrs zum Deutschen Wetterdienst bei. „In vielen Bereichen hat unsere AG Pionierarbeit geleistet. Wir haben durch neue Programme regelmäßig wiederkehrende Vorgänge automatisiert – was heute selbstverständlich ist.“ Mitte der Neunzigerjahre begannen wir mit Programmen zur Wettervisualisierung für sendefertige Fernsehwetterberichte.

Mehr als Wetterberichte

Von 1994 an wurde der Wetterdienst für die Berliner Öffentlichkeit an der Freien Universität nicht mehr weitergeführt. Um die Fähigkeiten und Kenntnisse auf dem Gebiet der Automatisierung von Wettermeldungen und in der Entwicklung von Techniken weiter anwenden zu können, warb die AG verstärkt um Drittmittel und suchte für Projekte Wirtschaftspartner. „Unsere AG realisiert unter anderem Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Industrie und Wirtschaft, arbeitet an Infoprojekten wie Wind-Berlin, visualisiert Wetterinformationen, betreibt Pollenfallen, gründete das Aktionsprogramm gegen Ambrosia und erstellte den Ambrosia-Atlas“, sagt Grasse.

Anfang 2002 war schließlich die 24-Stunden-Wetterbeobachtung aus finanziellen und personellen Gründen nicht mehr möglich. Grasse und ihre Kollegen wollten jedoch nicht auf die Feindifferenzierung verzichten, die nur durch Augenbeobachtungen und nicht mit Geräten möglich ist, wie zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Regen, Schauer, Sprühregen oder Schnee.

Zusammen mit den Studierenden kamen sie auf die Idee der Wetterpatenschaften: Jeder Bürger kann hier Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete vergeben, bisher waren diese vom Institut festgelegt worden. Seitdem finanzieren die Patenschaften die studentische Wetterbeobachtung und ermöglichen die lückenlose Wetter- und Augenbeobachtungsreihe. „Eine spannende Zeit“, sagt Grasse. „Als positiven Nebeneffekt haben die Studierenden nun die Möglichkeit, Praxiserfahrung in einem echten Arbeitsumfeld zu sammeln – sowohl in der Wetterbeobachtung als auch in weiteren realen Projekten.“

Ein eingespieltes Team

„Ein großer Teil meiner Arbeit ist es, die Rechner und Anwendungen rund um die Uhr am Laufen zu halten – auch nachts und am Wochenende.“ Hinzu kommen die verschiedenen Projekte mit Partnern in der Wirtschaft.

Es ist diese Vielseitigkeit, die Grasse an ihrer Arbeit Spaß macht – sowohl die fachliche Seite als auch das menschliche Miteinander: komplizierte Probleme zu lösen, konzentriert an Programmen zu schreiben, Kontakte zu Medien oder Kunden zu haben, Sponsoren zu suchen, Projekte zu organisieren und zu betreuen sowie die Zusammenarbeit mit den Studierenden und den Kolleginnen und Kollegen.

„Wir sind ein eingespieltes Team. Alle, die hier mitarbeiten, verbindet die Begeisterung fürs Wetter.“ Meteorologen im Ruhestand würden ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Leidenschaft an die Studierenden weitergeben. „Das macht es einfach schön hier und  das Institut zu einem Arbeitsplatz, den ich mir in der Vielseitigkeit, Wichtigkeit und Nützlichkeit nicht besser vorstellen kann.“