Freie Universität Berlin


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Beijing, Berlin und zurück

Beate Rogler wirbt bei chinesischen Nachwuchsforschern für die Angebote der Freien Universität und bringt die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen voran

17.10.2012

Die Partnerschaft zwischen der Freien Universität Berlin und der Peking University besteht seit 1981. Das Verbindungsbüro in Peking wurde 2007 eröffnet.
Die Partnerschaft zwischen der Freien Universität Berlin und der Peking University besteht seit 1981. Das Verbindungsbüro in Peking wurde 2007 eröffnet. Bildquelle: Wikipedia/ Ryan_xm
Beate Rogler ist die neue Leiterin des Verbindungsbüros Peking.
Beate Rogler ist die neue Leiterin des Verbindungsbüros Peking. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Mit sieben Verbindungsbüros ist die Freie Universität in der ganzen Welt vertreten. Die Einrichtungen sollen die internationale Zusammenarbeit zwischen Forschern fördern und die Sichtbarkeit der Freien Universität im Ausland stärken. Das Pekinger Büro, das seit 2007 besteht und in der Außenstelle des DAAD untergebracht ist, hat seit Kurzem eine neue Leiterin. Die Sinologin Beate Rogler arbeitet schon lange im internationalen Universitätsumfeld und ist überzeugt: „In kaum einem anderen Land wird gerade so viel für die Forschung getan, wie in China.“

Ihren Bürotag beginnt Beate Rogler mit grünem Tee. Die Blätter treiben lose in der Tasse, denn natürlich trinke sie ihren Tee chinesisch, sagt Beate Rogler. Insgesamt 13 Jahre lebt sie schon in China. Aus Faszination für Kultur und Sprache studierte sie Sinologie und Germanistik in Marburg. Dann ging sie als Lektorin für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) nach Shanghai, war danach Leiterin des DAAD-Informationszentrums in Guangzhou (Kanton).  So etwas wie Heimweh hat sie in dieser Zeit nie gespürt. Dafür das Gefühl, genau dort zu sein, wo man hin will: „Ich habe schon im Studium immer vorgehabt, in China zu leben.“ Sprache, Kultur, Kontakte zu Wissenschaftlern und Studierenden – für Beate Rogler eine spannende Erfahrung.

Vor ihrer neuen Aufgabe in Peking für die Freie Universität leitete sie die Auslandsrepräsentanz der Universität Göttingen in Nanjing. Die Leitung des Verbindungsbüros der Freien Universität in Peking sei eine Herausforderung, sagt Rogler. Sie ist in Peking direkte Ansprechpartnerin für chinesische Hochschulen und Institutionen sowie Wissenschaftler und Studierende, aber auch für Vertreter des großen chinesischen Stipendienprogramms, des China Scholarship Council (CSC), das dem chinesischen Bildungsministerium untersteht. Das 2007 aufgelegte Programm ermöglicht jedes Jahr rund 5000 chinesischen Wissenschaftlern eine Teil- oder Vollpromotion im Ausland. Zwischen 30 und 50 chinesische Promotionsstudierende kommen jedes Jahr an die Freie Universität, so viele wie an keine andere deutsche Hochschule.

"China ist auch in der Forschung kaum aufzuhalten"

Netzwerken sei für ihre Arbeit in China das Wichtigste, sagt Beate Rogler. Besonders viel Werbung für Berlin und die Freie Universität müsse sie in China gar nicht machen: „Chinesische Wissenschaftler legen großen Wert auf den Exzellenz-Status der Hochschule und kennen den hervorragenden internationalen Ruf der Freien Universität im Ausland. Außerdem hat Berlin als Hauptstadt eine besondere Anziehungskraft.“ Generell genieße Deutschland als Wissenschaftsstandort großes Ansehen.

Die Freie Universität sei in der Konkurrenz um den internationalen Spitzennachwuchs gut aufgestellt, sagt Rogler. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit werde dennoch der Ausbau der strategischen Zusammenarbeit mit der Peking-Universität sein, mit der die Freie Universität bereits seit 30 Jahren kooperiert.

Beate Rogler hofft, dass sich bald noch mehr deutsche Forscher, Doktoranden und Studierende für einen Forschungsaufenthalt in Fernost interessieren. „Ich glaube, dass es bei einem Austausch auch wichtig ist, ein Gleichgewicht zu schaffen.“ Hier verweist Rogler auf die schon bestehenden Kooperationen – und ist fest davon überzeugt, dass die Großmacht China auch im Bereich der Forschung kaum aufzuhalten ist. „Schon an der Größenordnung des Austauschs kann man sehen, wie extrem die Bemühungen, den Bildungs- und Forschungsbereich zu modernisieren und internationalisieren, vorangetrieben werden.“ Bereits jetzt kehren jedes Jahr Tausende international bestens ausgebildete Forscher nach Abschluss ihrer Promotionen nach China zurück. „Sie werden die Forschungslandschaft unübersehbar verändern“, sagt Rogler.