Das Wetter immer im Blick

Angelika Binding begeht ihr 40-jähriges Dienstjubiläum am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin

13.07.2012

Den Himmel über Berlin im Blick: Angelika Binding auf dem Wetterturm des Meteorologischen Instituts der Freien Universität, im Hintergrund der Teufelsberg.
Den Himmel über Berlin im Blick: Angelika Binding auf dem Wetterturm des Meteorologischen Instituts der Freien Universität, im Hintergrund der Teufelsberg. Bildquelle: Juliane Bartsch

Wetterballons aufsteigen lassen, Abweichungen zum normalen Klima ermitteln, Drittmittelprojekte betreuen – Angelika Binding ist über die Jahre zum Multitalent in Sachen Wetter und Klima geworden. Schon seit 40 Jahren arbeitet sie am Institut für Meteorologie der Freien Universität.

„Meine Arbeit am Institut war immer sehr abwechslungsreich und ist es noch heute“, sagt Angelika Binding. In der Arbeitsgruppe von Uwe Ulbrich, Professor für Allgemeine Meteorologie, betreut die Berlinerin alle Drittmittelprojekte und den gesamten Institutshaushalt. Ihre langjährige Berufserfahrung in der Meteorologie und ihr Einblick in verschiedene Institutsbereiche sind bei ihrer vielfältigen Arbeit von großem Vorteil.

Der Meteorologie an der Freien Universität treu geblieben

Ihr Arbeitsleben begann Angelika Binding 1972 mit einer Ausbildung zur Wetterdiensttechnikerin am Meteorologischen Institut der Freien Universität. Bis in die späten 1980er Jahre war sie dort tätig – anfangs noch ohne Computer. „Heute kann man sich das kaum noch vorstellen, aber damals haben wir die Wetterkarten von Hand gezeichnet, Klimaabweichungen ohne Computerprogramme analysiert und einen stündlichen Ansagedienst für das Wetter per Telefon angeboten“, sagt die 56-Jährige. Diese Arbeiten habe sie immer gern gemacht, „aber besonders viel Freude hatte ich bei den sogenannten Radiosondenaufstiegen: Auf dem Rollfeld vom Flughafen Tempelhof habe ich die Wetterballons gestartet.“

Auch nach ihrer Tätigkeit beim Wetterdienst konnte Angelika Binding ihr Spezialgebiet ausüben. In der Forschungsgruppe zum Klima der Nordhalbkugel von Professor Manfred Geb erstellte sie Karten, die die Monatsmittelwerte des Klimas auf der Nordhalbkugel darstellen. Nach zehn Jahren wechselte sie auf ihre heutige Stelle bei Professor Ulbrich.

Neue Technik hat auch den Blick geweitet

Über die Jahre habe sich nicht nur ihre eigene Arbeit verändert, sagt Angelika Binding, sondern auch die Tätigkeit der Wissenschaftler und Studierenden: „Heute ist die Perspektive global – es wird mehr über allgemeine Klimaveränderungen und weltweite Extremereignisse geforscht und gelehrt, und das ist natürlich nur aufgrund der heutigen Computerleistungen möglich.“ Doch nicht nur die Lehr- und Forschungsthemen seien international geworden, auch die Studierenden und Wissenschaftler seien weltweit mobil. „Viele unserer Absolventen sind an renommierte Einrichtungen ins Ausland gegangen, zum Beispiel in Australien oder den USA. Unser Institut hat international einen guten Ruf, was die Ausbildung betrifft.“

Von der „gemütlichen und sehr familiären“ Anfangszeit über die „spannenden Jahre“ in Professor Gebs Forschungsgruppe bis zu ihrer heutigen vielfältigen Arbeit in der Verwaltung – Angelika Binding sagt: „Ich habe mich in meinen 40 Jahren am Meteorologischen Institut immer sehr wohlgefühlt.“