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„Mehrsprachigkeit ist ein Pluspunkt – in jeder Hinsicht“

Die promovierte Romanistin Ruth Tobias ist neue Direktorin des Sprachenzentrums der Freien Universität Berlin

09.02.2012

Dr. Ruth Tobias ist Direktorin des Sprachenzentrums der Freien Universität Berlin und Nachfolgerin von Prof. Dr. Wolfgang Mackiewicz.
Dr. Ruth Tobias ist Direktorin des Sprachenzentrums der Freien Universität Berlin und Nachfolgerin von Prof. Dr. Wolfgang Mackiewicz. Bildquelle: Privat

Auf ihrem Schreibtisch steht eine Tasse chinesischer Tee, daneben eine Miniaturausgabe der Jesusstatue von Rio de Janeiro. Ruth Tobias, die neue Direktorin des Sprachenzentrums der Freien Universität Berlin, ist viel in der Welt herumgekommen – und hat in der Hauptstadt viel vor. Sprachen gehören für sie zur Grundausbildung: weil sie neue Denkformen vermitteln und Türen öffnen.

„Das Sprachenzentrum der Freien Universität ist einzigartig in Deutschland“, schwärmt sie. Ohne zu zögern, habe sie zugesagt, als ihr die Aufgabe angeboten wurde. Inzwischen koordiniert Ruth Tobias in Dahlem 50 Mitarbeiter in 13 Sprachbereichen: „Die Weichen sind in die richtige Richtung gestellt“, sagt sie. „Mein Ziel ist es, die hohen Qualitätsstandards zu sichern und weiter zu entwickeln.“

Sprachen zu beherrschen, öffnet Türen

Für die Direktorin müssen Sprachen einen festen Platz in universitären Studiengängen haben – wie es an der Freien Universität in vielen Fällen schon der Fall ist. „Neue Sprachen zu lernen, formt neue Denkweisen“, sagt Ruth Tobias. Und öffnet Türen – das hat sie selbst früh erkannt, wollte fremde Menschen und Kulturen näher kennenlernen und sich mit ihnen verständigen können. Geboren und aufgewachsen in Osnabrück zog es sie immer wieder ins romanische Südeuropa. Vor allem Portugal mit seinen offenherzigen und kommunikativen Menschen gab den Ausschlag, neue Fremdsprachen, Portugiesisch und Französisch, zu studieren.

Von Portugal nach Brasilien

Ruth Tobias unterrichtete Portugiesisch und promovierte über Identitätsdiskurse in Portugal. Aus der Affinität zu dem südeuropäischen Land erwuchs schließlich die Begeisterung für Brasilien. Immer wieder reiste sie in die ehemalige portugiesische Kolonie und konzentrierte sich mehr und mehr auf den aufstrebenden Wirtschaftsriesen mit all seinen Facetten. Nachdem sie bereits 2002 an der Volkshochschule Main-Taunus-Kreis als Fachbereichsleiterin fast 20 Sprachen koordiniert hatte, war sie von 2006 bis 2011 Leiterin des Sprachenzentrums der Hochschule Darmstadt. Im dortigen „Brasilienprojekt für Informationsrechtler“ war sie zuständig für die sprachliche und interkulturelle Ausbildung der Informationsjuristen. „Mehrsprachigkeit ist auch ein Marketing-Argument“, erklärt sie, „wer mehr als Englisch kann, hat ein deutliches Plus.“

Sprachenzentrum der Freien Universität Berlin ist bundesweit eines der größten

Die Sprachenexpertin verkörpert diese Überzeugung: Neben dem Englischen beherrscht sie Portugiesisch und Französisch perfekt und kann sich auf Spanisch und Italienisch verständigen. Selbst in Mandarin kann Tobias sich mitteilen – ein Mitbringsel mehrerer Reisen in die Volksrepublik China.

Das Sprachenzentrum der Freien Universität Berlin ist bundesweit eines der größten und kooperiert mit Hochschulen und führenden Kulturinstituten in ganz Europa. Die Einrichtung zu koordinieren, ist eine Herausforderung. Ruth Tobias freut sich darauf. Das Unterrichten möchte sie aber nicht aufgeben. Darum dürfen sich die Studierenden darauf freuen, von ihr das „Türöffnen“ zu verschiedenen Kulturen zu lernen.