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Der oberste Sportler

Jörg Förster ist neuer Leiter des Hochschulsports an der Freien Universität

24.10.2011

Jörg Förster ist der neue Leiter der Zentraleinrichtung Hochschulsport an der Freien Universität
Jörg Förster ist der neue Leiter der Zentraleinrichtung Hochschulsport an der Freien Universität Bildquelle: Jan Hambura

Er hat sicher einen der längsten Arbeitswege zur Freien Universität: An jedem Montag pendelt Jörg Förster von Hamburg nach Berlin – und am Freitag wieder zurück. Seit dem 1. August 2011 leitet der Mann aus der Hansestadt die Zentraleinrichtung Hochschulsport an der Freien Universität. Er ist dort mit seinem Team für die rund 500 Sportkurse verantwortlich – und die Förderung der Hochleistungsathleten, die parallel zur sportlichen Karriere an der Freien Universität studieren.

„Wir sind für den Spaß an der Uni zuständig“, sagt Jörg Förster und meint damit die bis zu 500 Kurse in rund 120 Sportarten, die jedes Semester auf die Studierenden und Mitarbeiter der Freien Universität warten.

„Der Hochschulsport ist kein kommerzielles Fitnessunternehmen und kann dadurch eine breite Auswahl, auch an Nischensportarten, anbieten“, sagt Förster. Zudem seien die Sportkurse eine Plattform für Begegnungen und Kommunikation. Im Hochschulsport würden sich Studierende verschiedener Fächer und Nationalitäten jenseits des Hörsaals begegnen.

Jörg Förster weiß, wovon er spricht. An der Universität Hamburg war er in den vergangenen acht Jahren unter anderem für die Wettkampf- und Spitzensportförderung und somit für die Förderung von Sportkarrieren parallel zum Studium zuständig. 25 deutsche Hochschulmeisterschaften in 15 Sportarten hat er während dieser Zeit verantwortet, darunter auch die Studierenden-Weltmeisterschaft im Beachvolleyball 2008 und die Studierenden-Europameisterschaft im Hallenvolleyball 2009. „Auf Studierendenebene machen Wettkämpfe einfach mehr Spaß “, sagt Jörg Förster. Der Wettkampf sei eben anders als bei den Europa- und Weltmeisterschaften der Fachverbände oder den Olympischen Spielen.

„Leistungssportler sind auch im Studium häufig sehr erfolgreich“

Der Mann aus Hamburg folgt Heinz-Michael Sendzik nach, der die Zentraleinrichtung seit dem Ausscheiden des langjährigen Leiters, Harald Binnewies, zwei Jahre kommissarisch geführt hat. In Dahlem kann Förster thematisch an die sportlichen Herausforderungen in Hamburg anknüpfen. Denn die Wettkampfgemeinschaft Berlin, darunter viele Studierende der Freien Universität, ist traditionell bei den deutschen Hochschulmeisterschaften stark vertreten.

So konnte beispielsweise das Rugby-Auswahlteam im Sommer die Deutsche Hochschulmeisterschaft im „7-er Rugby“ gewinnen. Und Julia Richter, Studentin an der Freien Universität, holte 2010 bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Slowenien im Frauen-Doppelvierer die Goldmedaille.„Leistungssportler sind auch im Studium häufig sehr erfolgreich“, sagt Förster. Denn sie seien nicht nur zielstrebig, sondern aufgrund der Doppelbelastung auch sehr gut organisiert.

Dass auch Jörg Förster zielstrebig an seinen sportlichen Erfolgen arbeitet, bewies er zuletzt in diesem Juni, als er es bei den „European Company Sport Games 2011“ mit seinem Volleyball-Team bis ins Halbfinale der offenen Altersklasse schaffte.

Passionierter Volleyballer und Trainer

Volleyball spielt Jörg Förster bereits seit seiner Jugend. „Das war allenfalls ambitionierter Amateursport“, sagt er. Nach einer Lehre als Raumausstatter und Restaurateur und der anschließenden Arbeit im erlernten Handwerk, studierte Förster in Wuppertal Gestaltungstechnik und Sport mit dem Ziel, als Berufsschullehrer zu arbeiten. Neben dem Studium absolvierte er verschiedene Trainerausbildungen, unter anderem im Gesundheitssportbereich, und blickt auf eine umfangreiche Kursleitererfahrung zurück. .

Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Jörg Förster als Lehrer an einer Kölner Berufsschule und war parallel dazu sportlicher Leiter eines kommerziellen Sportanbieters mit 4.000 Mitgliedern in der Nähe von Düsseldorf. Bis April 2010 war Jörg Förster auch als Volleyballtrainer aktiv. Genau 25 Jahre lang. Zuletzt in der Regionalliga Nord an der Seite von Bernd Schlesinger als Co-Trainer des Oststeinbeker SV.

Engagement auf nationaler und europäischer Ebene

Auch Lehrerfahrung im Hochschulbereich besitzt Förster. Vier Jahre lang war er Lehrbeauftragter für Eventmanagement im Sport an der Universität Hamburg. Weitere zwei Jahre unterrichtete er an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation im Bereich Sport- und Verbandsmanagement.

Zusätzlich engagiert sich Jörg Förster seit Jahren auf der nationalen und internationalen Ebene, zum Beispiel als Disziplinchef für Hallenvolleyball des "Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes" (ADH) und als Technischer Delegierter für Hallenvolleyball des "Europäischen Hochschulsportverbandes" (EUSA). Im Europäischen Netzwerk EAS, das sich mit der Förderung der „dualen Karriere“ im Leistungssport und der akademischen Ausbildung befasst, ist Förster deutsches Mitglied des Exekutiv-Komitees.

Für seine neue Arbeit an der Freien Universität pendelt Jörg Förster jedes Wochenende zwischen Berlin und Hamburg, wo seine Familie lebt. Unter der Woche genießt der 45-Jährige dafür einen „wundervollen“ Ausblick auf die Domäne Dahlem. Denn die Zentraleinrichtung Hochschulsport residiert in einer alten Villa an der Königin-Luise-Straße, direkt neben der zentralen Sportstätte der Universität. „Einfach schön“, schwärmt Förster von seinem neuen Arbeitsplatz. Dafür nimmt er den langen Arbeitsweg gerne in Kauf.