Freie Universität Berlin


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Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis für Professor Steve West

Amerikanischer Psychologe erhält hochdotierten Forschungspreis zum Ausbau seiner Kooperation mit der Freien Universität

29.04.2010

Professor. Dr. Steve West von der Arizona State University (USA) forscht ab Mai an der Freien Universität Berlin
Professor. Dr. Steve West von der Arizona State University (USA) forscht ab Mai an der Freien Universität Berlin Bildquelle: privat

Professor Dr. Steve West von der Arizona State University (USA) ist mit einem Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Der mit 60 000 Euro dotierte Preis ermöglicht es ihm, in den kommenden drei Jahren die Forschungskooperation mit den Psychologen Professor Michael Eid, Arbeitsbereich Methoden und Evaluation, und Professor Ralf Schwarzer, Arbeitsbereich Gesundheitspsychologie an der Freien Universität, auszubauen.

Mit dem Preis wird Steve West für seine wissenschaftliche Lebensleistung und seinen großen Einfluss auf die psychologische Forschung insgesamt ausgezeichnet. Steve West kennt die Freie Universität bereits gut: Gemeinsam mit seiner Frau hat er in den letzten drei Jahren mehrere Forschungsaufenthalte am Arbeitsbereich Methoden und Evaluation im Wissenschaftsbereich Psychologie der Freien Universität verbracht. Darüber hinaus unterhält er enge wissenschaftliche Kooperationen mit anderen psychologischen Instituten in Deutschland.

Steve West, der ab Mai an der Freien Universität forschen wird, ist einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der Psychologischen Methodenlehre. Er hat wesentliche Beiträge zur Kausalitäts- und Präventionsforschung vorgelegt und einflussreiche Arbeiten zur statistischen Modellierung von psychologischen Daten verfasst.

Er beschäftigt sich unter anderem damit, wie man mit statistischen Mitteln herausfinden kann, wodurch der Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen (zum Beispiel Intelligenz und Schulleistung) zustande kommt und ob ein solcher Zusammenhang für alle Menschen in gleicher Weise gültig ist.

Diese methodischen Arbeiten haben einen starken Einfluss auf die Psychologie gehabt. So ist das gemeinsam mit seiner Frau Leona Aiken zur moderierten Regressionsanalyse verfasste Buch ein Standardwerk der Psychologischen Methodenlehre, das mehr als 6000 Mal zitiert wurde.

Professor Eid freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit Steve West: “Die Forschungsaufenthalte von Steve West an der Freien Universität in den letzten drei Jahren waren ein großer Gewinn und haben nicht nur im Bereich der Forschung viele Impulse gegeben. So konnte Dr. Christian Geiser, einer meiner Doktoranden, der im letzten Jahr den Ernst-Reuter-Preis verliehen bekam, direkt nach der Promotion eine Stelle als Assistant Professor an der Arizona State University übernehmen, wodurch die Zusammenarbeit der Freien Universität und der Arizona State University noch intensiviert wurde.“ Professor West und Professor Eid wollen gemeinsam zur statistischen Modellierung multimethodal erhobener Daten in der Psychologie forschen.

West ist es gelungen, neuere Entwicklungen der Methodenlehre in die inhaltlichen Fächer, wie zum Beispiel die Differenzielle Psychologie und die Gesundheitspsychologie hineinzutragen, was nur sehr wenigen Methodikern gelingt. Dass ihm dies gelungen ist, zeigt die Auszeichung des „Henry A. Murray Award for Lifetime Contributions to the Studies of Lives“, die ihm von der Sektion Persönlichkeits- und Sozialpsychologie der American Psychological Association verliehen wurde. Darüber hinaus erhielt West den „Jacob Cohen Award for Distinguished Contributions to Teaching and Mentoring“ der Methodensektion der American Psychological Association. West war Herausgeber des „Journal of Personality“ und von „Psychological Methods“, der weltweit einflussreichsten Methodenzeitschrift in der Psychologie.