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Die Vielfalt allen Lebens

Susanne Wurst ist neue Juniorprofessorin für Funktionelle Biodiversität an der Freien Universität

17.05.2009

Juniorprofessorin Dr. Susanne Wurst forscht zur Funktionellen Biodiversität
Juniorprofessorin Dr. Susanne Wurst forscht zur Funktionellen Biodiversität Bildquelle: Freie Universität

Der Regenwurm tut es, aber auch Insektenlarven oder winzige Mikroorganismen: Zahlreiche Lebewesen im Erdreich beeinflussen das Wachstum von Pflanzen. Die funktionelle Vielfalt dieses unterirdischen Lebens und dessen Einfluss auf die Pflanzenwelt zu untersuchen, ist Aufgabe der Biologin Susanne Wurst.

Funktionelle Biodiversität heißt das Forschungsgebiet der 35-Jährigen, die ihr Fach seit März als Juniorprofessorin am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin vertritt: „ Meine Arbeit beschäftigt sich mit biotischen Interaktionen in Ökosystemen. Ich erforsche also nicht eine Pflanze als Vertreterin ihrer Art an sich, sondern ihre Einbindung in das Ökosystem und ihre Wechselwirkungen mit anderen Organismen“, erklärt Susanne Wurst.

Da Pflanzen sowohl über als auch unter der Erde wachsen, sind sie den Einflüssen ober- wie unterirdisch lebender Organismen ausgesetzt. Die Wissenschaftlerin untersucht daher, wie oberirdische Lebewesen (etwa pflanzenfressende Insekten) sowie unter der Erde lebende Organismen (Regenwürmer, Insektenlarven, Fadenwürmer oder in der Pflanzenwurzel lebende Mykorrhizapilze) ihre diversen Funktionen erfüllen und dabei beispielsweise die Nährstoffaufnahme oder das Abwehrsystem von Pflanzen unterschiedlich beeinflussen.

Wichtige Kontakte

Die Juniorprofessorin studierte Biologie in Göttingen, zur Promotion wechselte die gebürtige Heilbronnerin an die Technische Universität in Darmstadt. In ihrer Dissertation untersuchte Susanne Wurst die Bedeutung von Regenwürmern in Ökosystemen hinsichtlich ihrer Effekte auf Pflanzenwachstum, Konkurrenz zwischen Pflanzen und pflanzliche Abwehrmechanismen gegen Pflanzenfresser. Danach arbeitete die Biologin für drei Jahre am Netherlands Institute of Ecology in Heteren, Niederlande, im von der Europäischen Union geförderten Marie-Curie-Forschungs- und Trainingsnetzwerk „BIORHIZ“. „Diese Zeit war nicht nur in Hinblick auf die Biodiversitätsforschung hochinteressant. Ich konnte auch für meine zukünftige Arbeit europaweit viele wichtige Kontakte knüpfen“, sagt Susanne Wurst.

Forschen in der Schorfheide

Derzeit beteiligt sich die Wissenschaftlerin unter anderem an den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten „Exploratorien zur funktionellen Biodiversitätsforschung“ im Biospährenreservat Schorfheide-Chorin nördlich von Berlin. Ziel dieser Forschungsplattform ist es, die Beziehungen zwischen Veränderungen in der Artenvielfalt und der Intensität der Landnutzung sowie die Folgen dieser Veränderungen für das Ökosystem zu untersuchen. In dem brandenburgischen Naturschutzgebiet wird Susanne Wurst den Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeit weiter verfolgen: die mannigfachen Aufgaben der Bodenorganismen und ihren Einfluss auf Pflanzen und Pflanzengemeinschaften zu untersuchen.